Buddha Statuen ... eine knifflige Frage

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smile
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Buddha Statuen ... eine knifflige Frage

Beitrag von smile »

Wenn mich nicht alles täuscht sind Buddha Statuen ja den Buddhisten heilig. Nichtsdestotrotz wurden die ja auch über Jahrhunderte gerne besiegten Feinden geklaut (irgendwie heidnisch), oder sonstwie zusammengeraft.
Aber mit welchen religiösen Kniff haben die burmanischen Mönchen es hinbekommen, das heilige Statuen in Ayutthaya zerkloppt, geköpft werden durften? Allgemein kommt da immer das Sätzchen: "Als Zeichen ihres totalen Sieges zerstörten u.s.w."
:)


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Markymark
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Re: Buddha Statuen ... eine knifflige Frage

Beitrag von Markymark »

Weil die ihre eigenen symbole wollten? Und weil Sie Ihre Macht, Stärke oder was auch immer beweisen wollten. Gruss Pulli :mrgreen:


ขอให้มีความสุขมาก ๆ ในวันนี้นะ
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chrissibaer

Re: Buddha Statuen ... eine knifflige Frage

Beitrag von chrissibaer »

smile hat geschrieben:Aber mit welchen religiösen Kniff haben die burmanischen Mönchen es hinbekommen, das heilige Statuen in Ayutthaya zerkloppt, geköpft werden durften? Allgemein kommt da immer das Sätzchen: "Als Zeichen ihres totalen Sieges zerstörten u.s.w."
Die waren gerade dabei, die Statuen für den Abtransport nach Birma zurechtzumachen. Bevor sie einpacken konnten, standen die Siamesen wieder auf der Matte.


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henrygte
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Re: Buddha Statuen ... eine knifflige Frage

Beitrag von henrygte »

Waren es denn burmesische Mönche, die diese Zersörungen anordneten, durchführten oder beaufsichtigten oder waren es die Krieger, die nach der Einnahme Ayutthayas alles vernichteten was dem Schutz der bisherigen Herrscher gedient hatte - neben etwaigen monetär motivierten Plünderungen - und was deshalb aus dem Antlitz der neuen Herrscher verschwinden musste??
Schon die alten Ägyptern tilgten die Symbole, Bildnisse und Namen vorangegangener Herrscher.


smile
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Re: Buddha Statuen ... eine knifflige Frage

Beitrag von smile »

henrygte hat geschrieben:Schon die alten Ägyptern tilgten die Symbole, Bildnisse und Namen vorangegangener Herrscher.
Ja ... Herrscher, Machtsymbole ... die Asche aus einem Chedi kramen und im Fluss schwimmen lassen etc. aber "heilige Symbole" der eigenen Religion? Aus dem Stegreif fällt mir jetzt kein Fall ein wo z.B. Katholiken nach der Eroberung einer feindlichen, katholischen Stadt zunächst in die Kirchen marschiert und Jesus-/Heiligen Statuen geköpft hätten.
:)


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Werner
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Re: Buddha Statuen ... eine knifflige Frage

Beitrag von Werner »

In Neuss gibt es die Museumsinsel Hombroich. Da stehen auch Köpfe aus Thailand oder Kambodscha zur Dekoration in einem Raum rum, natürlich beschrieben als Kunstausstellung. Das will nur nicht so wirklich zu der dort normalerweise ausgestellten modernen Kunst passen. Eigentlich sind es Sammlerstücke. Vielleicht wäre das mal eine Aktion die zurück zu bringen.

Gruß W. :peace:


Werner
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Re: Buddha Statuen ... eine knifflige Frage

Beitrag von Werner »

Toptraveller hat geschrieben: Entschuldigt wird das Behalten der Ware oft so: "Wenn das Ganze zurück nach Kambodscha geht, wird es doch 2 Tage später wieder geklaut."
Da haben sie nicht ganz unrecht. Die Köpfe in Hombroich sind allerdings sehr groß und schwer und haben daher eine gute Chance dort zu bleiben.

In Pattaya gibt es einen Shop, der abgeschlagene Steinfiguren aus Kambodscha verkauft. Der Händler erzählte mir, dass die Teile aus dem Tempel Prasat Preah Vihear an der kambodschanischen Grenze kommen.

Alles eine üble Sache. Aber solange die Kambodschaner bitterarm sind, greifen die nach jedem Strohhalm und verkaufen sogar Kleinkinder in die Sklaverei nach Bangkok, was ich noch schlimmer finde. Ich hoffe, dass man irgendwann die Teile zurück führen kann. Aber das ist erst sicher, wenn es diesem Land besser geht.

Gruß W. :peace:


11chen

Re: Buddha Statuen ... eine knifflige Frage

Beitrag von 11chen »

Wir waren im Herbst 2009 in Olympia/GR.
Dort haben sie einige Tempel und Säulen mit "Rückgaben" aus Berlin restauriert...

Das sieht vor Ort einfach besser aus, als im Museum in D.

Grüsse
Stefan


Thai-Schick

Re: Buddha Statuen ... eine knifflige Frage

Beitrag von Thai-Schick »

Hallo,

es wird auch immer erzählt, dass die Sieger in den Köpfen Gold vermuteten.

Gruß


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henrygte
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Re: Buddha Statuen ... eine knifflige Frage

Beitrag von henrygte »

Toptraveller hat geschrieben:.....Entschuldigt wird das Behalten der Ware oft so: "Wenn das Ganze zurück nach Kambodscha geht, wird es doch 2 Tage später wieder geklaut."
Das ist eine allseits beliebte Formulierung derer, die sich ihres Unrechtszwar sehr wohl bewusst sind, trotz dieser Erkenntnis ihre Beute aber nicht zurück geben möchten - wie bockige Kinder.

Werner hat geschrieben:....Aber solange die Kambodschaner bitterarm sind, greifen die nach jedem Strohhalm und verkaufen sogar Kleinkinder in die Sklaverei nach Bangkok, was ich noch schlimmer finde. Ich hoffe, dass man irgendwann die Teile zurück führen kann. Aber das ist erst sicher, wenn es diesem Land besser geht.
Ich gebe dir natürlich Recht Werner - aber darf das eine Unrecht mit dem anderen aufgewogen werden?? Wer darf und kann denn beurteilen, wann ein Volk moralisch und/oder materiell reif genug ist gestohlenes Kulturgut zurück zu bekommen - doch nicht der Täter, oder??
In Angkor wird täglich der Beweis angetreten, dass, auch wenn überwiegend mit ausländischer Hilfe, Kambodscha sich durchaus des kulturellen Reichtums seiner Vergangenheit bewusst ist, und neben den zu Recht geschilderten, himmelschreienden Ungerechtigkeiten und Verbrechen, gibt es aber auch schon das andere Kambodscha - es ist nur noch nicht bei allen angekommen.


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