Manchmal habe ich den Verdacht, dass für Fisch in Salzkruste alte Fische oder nach Moder schmeckende Rohware verwendet wird. Mit Zitronengras gefüllt, schmeckt er den Thais aber sehr lecker.
Mir nicht!
Fertig geröstete Salzfische werden von manchen Restaurants auf dem Grill vorrätig gehalten, damit sie sofort serviert werden können. Manchmal liegen sie da schon einige Stunden. Dann ist das Fleisch ausgetrocknet und schmeckt entsprechend.
Da ich aber diese Zubereitungsart mag, suche ich mir im Restaurant meinen Salzfisch immer unter den lebendigen und lasse ihn für mich herrichten. Das dauert zwar manchmal bis zu 45 Minuten, denn er muss bei kleiner Hitze garen, damit die Haut nicht verbrennt, doch dann schmeckt er. Auf die Füllung mit Zitronengras verzichte ich, denn das ist nicht jedermanns Sache.
Zum Verzehr wird der Fisch an der Unterseite geöffnet und die Haut wird zurück geklappt. Dann kann man das Fleisch Stückchen für Stückchen mit einer Gabel von den Gräten lösen und mit dem Löffel essen. Später wird der Fisch herumgedreht und in gleicher Weise verfahren. Die Innereien zwischen den Gräten rühre ich nicht an. Sollte doch einmal etwas davon am Fleisch hängen bleiben, lässt es sich mit dem Löffel leicht entfernen.
Wenn man noch nie einen Salzfisch in Thailand gegessen hat, sollte man ihn auf jeden Fall einmal probieren.
In der Regel bevorzuge ich allerdings deutsche Küche, denn hier im Isan wird mir einfach zu stark mit Chili gewürzt. Mein Gaumen und mein Verdauungstrakt verträgt dieses Gewürz einfach nicht. Ein weiterer Nebeneffekt ist es, dass Chili den Eigengeschmack von Fleisch und Gemüse total überlagert. Aus diesem Grund kann ich Cavemann aus Mukdahan, der sich deutsche Fleisch und Wurstwaren aus Bangkok schicken lässt, sehr gut verstehen. Da hab ich es in Korat besser. Hier führen TESCO und BIG´C die Produkte von TGM und anderen Herstellern. Auch gibt es hier zwei gute europäische Bäcker, die immer wenn sie Lust haben oder Geld brauchen (das ist fast immer der Fall), frisches und sehr schmackhaftes Vollkornbrot backen.
Trotzdem, wer als Tourist die Isanküche mag, darf ruhig alles oder vieles probieren. Manchem schmeckt es sogar.
Grüße aus dem Isan von Werner Schwalm