Leider bleiben uns nur noch wenige Urlaubstage.
Weil es uns so gut gefallen hat, fahren wir nochmal auf die Thonburiseite auf den Markt beim Wat Rakhang. Es gibt dort zwischen den normalen Marktständen einige wirklich schöne kleine Klamottenlädchen. Es sieht so aus, als wenn zumindest ein Teil der Kleidung von den Besitzerinnen genäht wird. Richtig schick, verspielt und an die seventies erinnernd. Allerdings habe ich den Eindruck, dass der Preis bei Nachfrage mal ganz schnell auf Farangniveau angehoben wird, denn ich glaube kaum, dass das die Frauen aus dem Viertel solch überhöhte Preise zahlen. Schade, denn so bleibt so manches Teil eben auf dem Kleiderbügel.
Meine Freundin findet ein paar Blusen und ist happy. Dann erblicken meine müden Augen einen Optikerstand. Nachdem ich die gesamte Zeit über verschlampt habe, zu einem Optiker zu gehen um mir eine neue Brille anpassen zu lassen, ergreife ich nun hier die Gelegenheit beim Schopf. Ich brauche eine Lesebrille.
Schnell sind zwei schnuckelige Gestelle ausgesucht. Dann wird meine Sehkraft mittels dem bekannten Augen-zu-Augen-auf-Klapp-Brillengestell und einem wirklich modernen Gerät gemessen, wo ich mir vorkomme, als sähe ich einen Zeichtrickfilm. Sowas hat mein Optiker hier nicht !! Das lesen des Buchstabenplakates geht super.
Die Gläser werden noch geschliffen, das Gestell angepasst, in 10 Minuten ist alles fertig. Brille aufprobieren, Plakat lesen - alles einwandfrei ! Beide Brillen kosten mich 750 THB.Wenn DAS kein Schnäppchen ist ! Hhhmmmm.... IST ES NICHT !

Ich nehm es mal vorweg : zuhause angekommen habe ich festgestellt, dass ich mit den Brillen NUR auf die Entfernung sehen kann, wie das Buchstabenplakat hing........

Da war ich ganz schön angeschmiert. Schade, denn die Dinger sehen echt gut aus. Ich verbuch es unter "sonstiges" !
Wir bummeln noch eine Weile, gönnen uns einen Eiskaffee und nehmen das Boot zurück auf die andere Seite. Wir wollen auch nochmal zum Amulettmarkt, er hat es uns angetan. Nachdem wir uns sattgesehen haben, und noch eins,zwei,drei Amulette, alte Münzen und Figürchen gekauft haben, wird es Zeit in die Khao San zurückzukehren.
Mittagessen und Siesta sind nun angesagt.
Abends lassen wir uns ein Pad Thai und ein kühles Singha schmecken. dann ist es endlich soweit......tata.....der Insektenmann ist da !!!
Ich trau mich und bestell eine Tüte von den kleineren, weil der Verkäufer sagte, ihm schmeckten diese besser. OK. Er sprüht Sojasosse drüber und - ich muss sagen, die sind lecker. Schmecken ein wenig wie Sojachips, man hat eben nur immer die Beine und Flügelchen zwischen den Zähnen...hehehe
Weil es so gut war, werde ich gleich übermütig und kaufe mir EINE von den richtig grossen Grasshüpfern. Schmeckt genauso wie die kleineren, ist aber kautechnisch eher so, wie Heu im Mund zu haben. Meine Freundin eckelt´s und sie ist nicht zu überreden. Morgen werde ich einen schwarzen Skorpion probieren - nehme ich mir vor.
Wir bummeln noch ein wenig durch die Soi Rambutri, wollen uns auf eine Terasse setzen. Da passiert es.
Meine Freundin rutscht auf einer Stufe aus, fällt, hält sich im fallen an einem dieser kompakten Holzsessel fest (aus Holzstämmen gemacht!!) , dieser fällt auf sie......
Ich denke schnell, das darf doch nicht wahr sein, wir sind im falschen Film......
Sofort sind mehrere Thais zur Hilfe bei uns, aber es ist sofort klar, das Handgelenk ist gebrochen.
Man ruft eine Ambulanz. Ich flitze schnell zurück ins Hotel um Visa und Pass zu holen. Meine Freundin wird derweil von einer sehr freundlichen Frau rühred mit Eisbeuteln versorgt. Als ich ausser Atem zurückkomme, ist die Soi völlig mit Autos verstopft, durch den Krankenwagen in welchem meine Freundin nun schon liegt.
Auf geht es zum Krankenhaus. Der Fahrer und die Sanis sind noch sehr jung und machen sich einen Spass daraus, mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Stadt zu brausen, finden das sehr lustig. Ich weniger, denn ich muss aufpassen, dass die Frau nicht von der Bahre fliegt !!
Nun gibt es ja die allerbesten Krankenhäuser in Bangkok, aber....ich wusste nicht, wie die heissen. Man sollte IMMER für den Notfall den Namen und Adresse eines guten Krankenhauses bei sich haben ! Wir wurden also in ein schon älteres Hospital gebracht, das Christian Advertenser Mission Hospital, welches in der Nähe liegt.
Man kann sich wirklich nicht über fehlende Freundlichkeit beschweren. Die Behandlung war prima, röntgen, Gips, nochmal röntgen, eine Nacht dortbleiben.
Ich erwähne das mit dem bekannten Krankenhaus, weil später ein Fehler gemacht wurde, welcher zuhause eine Operation und das Einsetzen zweier Metallplatten erforderte. Vielleicht wäre es in einem der bekannteren Häuser ja besser gemacht worden.
Ich verabschiede mich von meiner traurigen Freundin und mache mich sehr betroffen auf den Weg zu einem Internetcafe, von wo aus man Ferngespräche führen kann. Bis dass alles mit der Versicherung in Madrid geklärt war , war ein Uhr nachts schon längst vorbei. ICH BRAUCHE NUN DRINGEND EIN BIER...ODER AUCH ZWEI..
Am nächsten Morgen hole ich sie ab und bringe sie ins Hotel. Es dauert von 09.00 bis 13.30, bis dass ich alle Formalitäten erledigt habe.
(ich möchte noch erwähnen, dass wir während unseres kurzen Aufenthaltes zwei Mal mit christlich-religiösen Heftchen "beschenkt" wurden. Das ist doch mal wieder typisch für den missionarischen Eifer der Christen....also, ICH MAG DAS NICHT)
Ich bringe meine Freundin zu Bett und versorge sie, nun möchte sie schlafen, ist ziemlich erschöpft.
Zu allem Überfluss regnet es auch noch heftig.....bbbrrrrrrrrrrr, also das hebt die Stimmung nun wirklich nicht. So´n Mist !!!
Ich esse etwas, gehe zur Massage. Schade, dass ich diesen Spa nicht eher entdeckt habe. Pai Spa in der Rambutri Road, gleich zu Anfang. Es ist in einem 140 Jahre altem Holzhaus untergebracht, sieht schon von aussen entzückend aus. Innen erfüllt es meine Erwartungen und die Massage ist supergut. 2 Stunden für 500 THB,ich fühle mich prima und kann mich wieder der Situation stellen.
Auf dem Weg ins Hotel geh ich nochmal ins Net, um mich bei meinen Kindern ein wenig auszukotzen.....(wofür hat man denn Kinder ???)
Tja, SO hatten wir uns das Ende eines wundervollen Urlaubes wirklich nicht vorgestellt.......aber, da kann man nix machen, gell??!!
Am Morgen unseres Abreisetages bekommen wir einen Anruf von der Versicherung . Der Gips muss geöffnet werden, sonst nimmt uns evtl die Fluggesellschaft nicht mit, wegen Thrombosegefahr. Wir hatten uns das schon gedacht und auch mit dem Arzt darüber diskutiert. Aber der wollte davon nichts wissen.
Also - wieder rein ins Taxi und zum Hospital. Dort will der Arzt wieder üüüberhaupt nichts davon wissen, den Gips seitlich mit einem Schnitt zu öffnen. Nach langem hin und her hat er einen Geistesblitz und sägt das gesamte Oberteil ab............ja, bitte WAS SOLL DAS DENN jetzt ???????? Ich flehe ihn an, das Teil wieder aufzusetzen und mit einer elastischen Binde zu umwickeln, aber das will ER jetzt nicht. Ich bekomm langsam einen dicken Hals, denn so, wie es jetzt ist, hat das Hanggelenk keinenSchutz. Kurzerhand stecke ich das Oberteil in die Handtasche und wir machen uns vom Acker. Wieder im Hotel, wird die Binde abgenommen, das Oberteil wieder zur besseren Satbilisierung aufgesetzt und wieder umwickelt. Schliesslich haben wir noch 16 Stunden Flug vor uns.
Das meinte ich vorhin mit der besseren Klinik. Der Knochen hatte nicht mehr die nötige Stabilität, und verschob sich.
Tja, viel ist nicht mehr zu sagen. Aus dem "ich will garnicht mehr fort" ist ein " ich will nur noch nach Hause" geworden.
Der Flug war umständlich, wie zu erwarten. Zuhause gleich vom Airport in die Klinik.
Aber - es war trotzdem eine wundervolle Zeit, wenn auch mit einem bösen Ende. Und den Skorpion habe ich natürlich auch vergessen.....
Also, liebe Fomis....immer schön aufpassen, wohin ihr lauft !!!
Liebe Grüsse und vielen Dank für das rege Interesse.
Romy