Auf Nebenstraßen in Richtung Khao Sok Nationalpark (Tag 9)
Der Morgen präsentierte sich uns schon sehr warm und sonnig, wodurch wir voller Tatendrang waren. Die heute geplante Strecke war recht weit und einige Autokilometer lagen vor uns. Natürlich nicht ohne den ein oder anderen Stopp, welchen der Reiseführer vorschlug. Der Reiseführer war es dann auch, der uns auf die Idee brachte mal nicht den großen Highway zu benutzen, sondern uns über Nebenstraßen entlang der Küste in Richtung Süden zu hangeln. Mit ein wenig Geduld schafften wir es eine entsprechende Strecke ins Navi einzuprogrammieren und die Fahrt konnte losgehen. Zuvor allerdings war Frühstück angesagt, welches wir auch wieder direkt am Strand in einem kleinen Lokal zu uns nahmen. Das witzige war, dass man seine Bestellung selber von der Karte auf einen Zettel schreiben musste um diesen dann bei der Bedienung abzugeben. Keine Ahnung warum, vielleicht konnte sie ja lesen aber nicht schreiben. Leider mussten wir uns danach schon von diesem wundervollen Flecken Erde verabschieden. Einen Relaxtag hätte man hier normalerweise einbauen müssen, aber der Mietwagen war bezahlt und unser eigentlich nur grober Plan doch zu eng. Ein Grund mehr irgendwann wiederzukommen und ein paar ganz entspannte Tage zu verbringen.
Die erste Station war ein im Reiseführer mit sehr blumigen Worten beschriebenes Fischerdorf. Uns hat es jetzt nicht so vom Hocker gehauen, wir fühlten uns auch nicht so 100 Prozent wohl, irgendwie hatten wir das Gefühl zu stören. Der Strand sah ungepflegt aus (was normal ist, ich würde auch nicht sauber machen wenn ich dort wohnen würde) und das Wasser lud nicht unbedingt zum Baden ein, dazu war es einfach zu dreckig vom aufgewühlten Boden.

Trotzdem gelang mir ein sehr schönes Bild mit einem auf den Strand stehenden Fischerboot. Wir verblieben also nicht allzu lange und machten uns wieder auf den Weg. Nicht viel weiter erlebten wir unsere nächste Überraschung, plötzlich wurde aus der eher durchschnittlichen Straße eine deluxe Fahrbahn.

Mitten im Nichts, auf dem Weg ins nirgendwo und mitten drin war die Straße sogar nach Deutschen Maßstäben ein Traum. Man fuhr fast wie auf Wolken. So schnell wie das über uns kam, so schnell hatte das auch wieder ein Ende, denn das Teilstück war nur wenige Kilometer lang. Keine Ahnung, wieso hier mitten im Nichts einige Meter Hightech Straße gebaut wurden. Der nächste Stopp gefiel uns schon deutlich besser, ein schöner Tempel bestehend aus einem wilden Mix aus allen möglichen Stilen.

Wiedermal waren wir die einzigen Farrangs weit und breit, was zu einiger Belustigung der restlichen Anwesenden beitrug. Das ging so weit, dass wir als Fotomotiv herhalten mussten. Offenbar bewegten wir tatsächlich in einer Gegend, wo Farrangs eher weniger zu finden sind. Uns soll es recht sein... Der Tempel ist an einem Hang gelegen und hat neben den Thai geprägten Tempelteilen noch eine Art stilisiertes Schiff und eine große Statue einer wahrscheinlich chinesischen Göttin. Was dem Tempel aber den extra Touch gibt, ist der Blick auf das Meer und die vorgelagerte Küstenlinie mit Mangroven. Hier traf der Reiseführer voll ins Schwarze mit der Empfehlung für diesen Tempel.

Wir hatten in der vielleicht eine halbe Stunde dauernden Besichtigung etliche Liter Wasser verloren, und waren auch fast schon froh in unser klimatisiertes Auto zu kommen. Wobei, gesund war das sicher auch nicht und die Klimaanlage hatte eigentlich nur zwei Einstellungen: „Volle Pulle“ und „Aus“. Bei erster Einstellung kühlte es beinahe zu weit runter, vor allem wenn die Sonne nicht schien.

Auf „Aus“ wurde es aber schnell derart heiß in der Kiste, dass dies auch keine Option darstellte. Bis zum Schluss hatten wir keine vernünftige Einstellung gefunden, die es tatsächlich angenehm werden ließ. Da der Plan besagte, in den nächsten Tagen eine Dschungeltour zu unternehmen hatte ich die Idee Norma doch ein paar feste Schuhe zu besorgen. Wir nutzten also eine TescoLotus Pause um in selbigem nach ein paar einfachen Turnschuhen Ausschau zu halten. Zu meiner großen Überraschung hatten die sogar einige Modelle in der richtigen Größe parat und so bekam Norma ein paar Schuhe zu einem günstigen Kurs verpasst (Gott sei Dank habe ich daran gedacht, das wäre sonst echt übel geworden).
Norma entdeckte im Reiseführer ein paar heiße Quellen, die zu besichtigen sicherlich nicht schlecht wären. Was sich normalerweise recht gut anhört gewinnt in Thailand doch andere Dimensionen. Ich meine wer kommt denn auf die Idee bei 30 Grad im Schatten noch heiß zu baden... Kurz gesagt: wir. Als wir an besagten Quellen ankamen präsentiere sich uns eine Art Dschungelpark, in dem einfach ein paar schmale Wege durch den Dschungel führten. Hier und da waren kleine runde Steinbecken gebaut allerdings ohne Wasser drin, vermutlich wurden selbige früher zum Baden genutzt. Heute werden dafür regelrechte Minischwimmbäder genutzt, durch die das heiße Wasser fließt.

Also fix in die Badeklamotten geworfen und hinein ins Vergnügen... Das Wasser hatte tatsächlich Badewannentemparatur, was letztlich einfach dazu führte, dass man noch mehr schwitzte. Ich selbst war nur bis zu den Knien drin, Norma genoss es etwas intensiver. Insgesamt schon eine tolle Erfahrung, zumal dies meine ersten heißen Quellen überhaupt waren. Nur die Mücken waren nicht zu ertragen. Die Viecher waren sau groß und man hatte keine Chance gegen sie. Alles was aus dem Wasser ragte wurde gnadenlos von allen Seiten attackiert. Aus diesem Grund und weil die Zeit schon fortgeschritten war machten wir uns alsbald wieder auf den Weg zum heutigen Tagesziel.
Wir erreichten den Khao Sok National Park leider erst im Dunkeln, aber selbstverständlich hatten wir uns bereits ein Resort aus dem Reisführer ausgewählt, welches uns am geeignetsten erschien. Nach der Besichtigung der Bungalows, welche auf hohen Stahlstreben im Dschungel gebaut sind, entschieden wir uns direkt hierzubleiben. Das Zimmer war schnell bezogen und wir machten uns auf, den „Ort“ zu erkunden. Natürlich nicht ohne vorher an der Rezeption noch eine Tour in den Nationalpark zu buchen. Der Ort gab nicht viel her, außer ein paar Minimärkten und eben Resorts. Wir ließen uns daher in einem Resort nieder in dem noch ein paar andere Leute saßen. Ansonsten erschien uns der Ort fast wie ausgestorben.

Viel mehr als das durchaus schmackhafte Essen zu uns zu nehmen war kaum möglich, bevor der Ruf des Bettes derart laut wurde, dass wir ihn nicht mehr überhören konnten. Einige grundlegende Dinge wie Anti-Mücken und Anti-Blutegel Spray, Müsliriegel und eine zweite Taschenlampe waren dann aber doch noch schnell besorgt, so dass der morgigen Tour nichts mehr im Wege stand.
nu ist aber gut für heute... Oder???