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Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 09.10.2008, 11:37
von tuktam
Ich finde den Artikel zwar ziemlich schlecht geschrieben, im Kern aber sicherlich dicht an der Wahrheit.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,582440,00.html

Gruß,
tuktam

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 09.10.2008, 23:00
von hualanka
Habe ich auch am Montag auch im Spiegel gelesen, alleine der Absatz (zitieren darf ich ja?):
"Die Insel Phuket haben die Thailänder zu einem Badeparadies zurechtbetoniert, Pattaya in ein Riesenbordell verwandelt, und dem Norden des Landes wurde eine Rolle als tropische Version aus Völkerschau bei Hagenbeck und Vogelpark Walsrode zugedacht: das ideale Trekkinggebiet für Rucksackreisende, die durch die Wälder streifen, um auf Elefantenrücken Bergstämme zu "entdecken".
Ist eine Frechheit und dilletantisch :baeng

Spiegel-Bericht zu den in Museumsdörfern lebenden Kayan-Frau

Verfasst: 14.10.2008, 15:37
von henrygte
Immer wieder werden in diesem unserem Forum Fragen zu Trekkingtouren in Nordthailand gestellt und immer wieder geht es um den Besuch bei zu „entdeckenden“ Bergstämmen, die noch ein ursprüngliches Leben in den Bergen führen.
Interessant zu diesem Thema fand ich einen Beitrag des Magazins „Der Spiegel“ von letzter Woche (41/6.10.2008).
Dies ist ein Reiseforum und kein politisches Forum – nichts desto trotz halte ich es für angemessen und richtig auf eine menschliche Tragödie in dem von uns allen so geliebten Traumland hinzuweisen.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,582440,00.html

Ich bin auf andere Sichtweisen, insbesondere derjeniger, die sich in Thailand wesenlicht besser auskennen mögen als ich, sehr gespannt.

Gruss
Henry

Re: Spiegel-Bericht zu den in Museumsdörfern lebenden Kayan-Frau

Verfasst: 14.10.2008, 16:51
von Werner
Henry, ich habe den Bericht gelesen.

Sicher hat jeder mal seinen Unwillen über seine persönliche Situation geäußert, auch die Giraffenfrauen bei den Spiegel Schreiberlingen und der Kitty von der UN. Viele Thais beschweren sich auch bei mir, ihnen geht es echt schlecht, haben nach ein paar Jahren Arbeit nur ein kleines Haus zusammen gespart und kein großes, oder so laufen die Beschwerden. So die richtig armen, dass sie kaum ihr Essen zusammen bekommen sind sie meistens nicht, dann würde ich ja gerne helfen. (ps. Auch Deutsche sind Meister im Beklagen, ich sicher auch manchmal.)

Also die Menschen um die es geht sind 120.000 Flüchtlinge aus Myanmar, genau wie Asylbewerber und Flüchtlinge in Deutschland. Die werden nicht integriert, was man natürlich bemängeln kann, aber der Thailändische Staat ist nun mal nicht so liberal zu Ausländern, man denkt wohl, dass sie irgendwann zurück gehen. Die Flüchtlinge werden in Lagern konzentriert gelagert, was natürlich nichts mit Freizügigkeit zu tun hat und auch nichts mit einem guten Leben, aber wenigstens werden sie nicht in Myanmar umgebracht. Asylbewerber in Deutschland müssen sich auf fügen und dürfen den Ort nicht verlassen. Das ist alles ein schlimmes Schicksal, aber auch ein echter Asylant in Deutschland ist froh dass er dem Tode von der Schippe gesprungen ist.

Einige Leute wurden in speziell dekorierten Dörfern untergebracht (schmucklos sind die sicher nicht, Lager-Baracken sind schmucklos) die sicher eher einem Dorfleben entsprechen und müssen sich dafür von Touristen tagsüber besichtigen lassen. Sie sind sozusagen Laiendarsteller des heilen Dorflebens. Dafür bekommen die Veranstalter Geld und auch die Bewohner/Flüchtlinge. Natürlich bekommen die ergänzend auch noch Trinkgeld so zugesteckt, in einem Land wo ca. 150 Baht der Tagesverdienst für harte Arbeit ist, sollte man mit Geld fürs nichts tun doch zufrieden sein, oder? Natürlich haben die auch bei Kitty und bei den Spiegel Schreiberlingen ihr Leid ganz besonders beklagt, vielleicht damit die ihnen noch einen Schein mehr zustecken und vielleicht die weiteren Touristen auch, die von ihrem Leid lesen.

Aber du kannst absolut sicher sein, dass es denen wesentlich besser geht als den 120.000 normalen Flüchtlingen in den Lagern, die nicht besucht und besichtigt werden. Und sie machen auch viel mehr Geld als sie jemals in Myanmar verdienen könnten. Und sie machen mehr Geld als die Thais die in der Umgegend wohnen, sicher oft hart arbeiten und für die sich kein Schwein interessiert.

Natürlich beschweren die sich über die mangelnde Freizügigkeit, natürlich würden sie gerne reisen, und andere Bedürfnisse befriedigen, die man eben hat, wenn man eigentlich genug Geld für so einen Spaß hätte. Ich denke diese Leute beklagen sich auf einem verdammt hohen Niveau.

Es kommt mir so ein bisschen so vor wie der Spiegel Bericht über die arme Frau auf Phuket, die vor dem Tsunami viele Liegestühle besaß und nun mit gerade mal von 10.000 bis 15.000 Baht im Monat auskommen musste ... (deutlich mehr als der normale Lohn eines Thais) Und sie beklagt sich ohne Ende und ihr werden von schwedischen Touristen neue Liegestühle geschenkt, damit sie wieder gut ins Geschäft kommt. Kommt Leute, lasst uns für Franjo und die Banker sammeln...

Also alles relativ. Ich bin sicher, die Flüchtlinge in den Camps reißen sich um die Jobs als Laiendarsteller mit der Chance auf gutes Trinkgeld.

Und dann kommt noch Kitty von der UN und möchte denen helfen, ja, warum ausgerechnet denen? Vielleicht weil sie neidisch ist, dass Thais an den Laiendarstellern noch erheblich mit verdienen oder weil sie ihre Position bei den UN verbessern will? Warum hilft sie nicht den anderen 120.000 Flüchtlingen aus Myanmar, die unter sicher echt miesen Bedingungen in den Lagern konzentriert leben? Ach ja, die sind nicht so dekorativ, damit kann man keinen politischen Aufstand veranstalten und die machen auf Fotos über Kittys Leistungen auch nicht so viel her, auch nicht in dem Camp der Longneckfrauen, die sie gerettet hat und die dort jeder Tourist in Neuseeland für 5 € Eintritt besuchen kann...

Ist alles Politik. Solche Berichte sind meistens vor Einstellung der Schreiberlinge gefärbt, wie meiner hier übrigens auch. :)

Gruß Werner. :peace:

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 19.10.2008, 09:08
von helmishali
...ich finde , sehr gut beschrieben, werner , ich habe auch eine ähnliche einstellung , vor allem gegen die sog. entwicklungshelfer , die in sich die reinkarnation des Guten entdeckt haben wollen oder was sie dafür halten.... schau dir nur mal die großen ,schönen , geländewagen z.b. vor dem traders hotel (luxus)in yangoon an , wissen dies die spender ? wie auch immer , die flüchtlingscamps sind meist im nördl.grenzgebiet konzentriert und denen geht es nicht besonders gut , gemessen an europ.maßstäben , gemessen an asiatischen maßstäben verhält es sich nicht anders als mit den boat-people aus vietnam....die langhalsfrauen haben ein eigenes schicksal , sie lassen sich gegen bares meist sehr gerne abbilden und das aber nur auf konzertierten plätzen , dass ja kein tourist geldmäßig ungeschoren davonkommt....warum auch nicht , jeder muss schauen dass er/sie überlebt...es wird ja keiner gezwungen auf den auslöser zu drücken , eine ansichtskarte von den frauen ist aber billiger...
....die tour. variante einer art disneyland-vorstellung von , wie war es damals am land oder wie ist es jetzt noch immer, kann ich wenig abgewinnen , ist aber noch besser als wenn horden von touristen in die bestehende dorfkultur eindringen und das gefüge in frage stellen ; ein abschreckendes beispiel habe ich vor kurzem am inle-see (myanmar) erlebt , wo mit kleinen motorgetriebenen booten durch oder nahe an die felder heran gefahren wird , nebenan gleich die aufgeschreckten wasserbüffel oder der arme bauer mit fischernetz dem die fische aufgrund von lärm nicht ins netz gehen bzw. er im wasser nichts pflanzen kann da die wellen der boote zu kräftig sind...da halte ich eine tour. enklave - meist für pauschal-touris schon angebrachter und wenn die leute vorort auch noch geld verdienen können , warum auch nicht ?
...dass es in thailand auf den hauptrouten und wenig abseits schon lange nicht mehr viel identisches vorhanden ist hat sich , so glaube ich , noch nicht herumgesprochen , aber das war mit einsetzen des massentourismus schon vor ca. 20 jahren der fall...mallorca war auch einmal idyllisch...früher hast du wenigstens gewusst wo die touri`s sind und wo - außer ein paar einzelne - nicht - ich glaube , isaan ist noch wenig belastet aber sonst ....lese dir ganz einfach die hier geposteten einträge durch und du wirst bald wissen was für die reisenden wichtig ist und eigentlich werden fast immer dieselben strecken abgefahren und problemstellungen eingebracht die es meist vorort gar nicht gibt oder nicht zum tragen kommen da diese ganz leicht zu lösen sind....... meint mit

lg helmi

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 19.10.2008, 21:52
von kohlanta
Hallo Leute .
Der Spiegelbericht trifft eigentlich den Nagel auf den Kopf. In 20zig Jahren kannst Du Dir den Reisbauern vom Lande hinter einer Glasscheibe betrachten . Hoffe bloss es kommt nicht soweit. Will niemanden irgend was vermiesen aber in LOS geht alles viel zu schnell , jeder will von den Farangs irgendwie profitieren , was in unserer heutigen Welt ja normal ist (siehe unsere Bankenkrise) aber manchmal denke ich die Zahl meiner Thailandurlaube sind gezählt (20) . Fakt ist nach dem Tsunami hat die Zahl der guten Pickups sich verdreifacht ,nehme mal an das alle alten Autos abgesoffen sind . Es gibt so viele Dinge ,die nicht mehr mein LOS ausmachen , von den unterschiedlichen Eintrittspreisen Touristen,Einheimische, TUK TUK Fahrer , Taxifahrer ,Tigertempel lästige Anbieter zweitklassiger Ressorts an den Bootspiers und vieles ,vieles mehr. All dies kenne ich ,aber diejenigen die zum erstenmal nach LOS kommen, mit der Erwartung eines supereasy , tollen Urlaub ohne Hindernisse zu erleben(wie ich es erlebt habe) werden zum Teil enttäuscht sein über das was der Reiseführer eigentlich aussagt . Im Februar werde ich meine LOS Sucht nochmal befriedigen , fahre mit meiner Liebsten nochmal Bangkok - koh Lanta - Koh Ngai- Koh Mook - Bangkok. Gut das es solche guten Forums gibt wie das TUK TUK , denn hier gibt es die perfektesten Insidertips . Gruss an alle Mitglieder .
KL

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 20.10.2008, 17:51
von hualanka
kohlanta hat geschrieben:Hallo Leute .
Der Spiegelbericht trifft eigentlich den Nagel auf den Kopf.
KL
...wenn man die Sache sehr, sehr oberflächlich betrachtet...

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 21.10.2008, 15:44
von helmishali
..wie die zufälle so spielen , habe heute im fs auf okto eine sendung mit dem titel "the refugee show " - unterstützt von der donauuniversität krems ( ist in "niederösterreich " für die deutschen freunde)- die langhalsfrauen plus familien im flüchtlingscamp - gesehen ; punktgenau passend zu dem erwähnten thema; viel braucht man nicht dazu sagen , für mich einfach himmelschreiend abstoßend - ein camp ohne nachhaltigkeit und nur von den touristen abhängig - also ohne zukunft oder hoffnung - aber es bringt geld zum besseren überleben , denn aus dem camp dürfte man lt. thai`s nicht heraus - für schmuckträgerinnen gibt es bt1500.- pro monat , für kinder BT 700.-- pro monat - wenn keine touris dort sind gibt es nichts - der eintritt für`s fotografieren und im dorf herumwandern- alle tour. nationen sind dort vertreten - wird bei der kasse entrichtet und die flüchtlinge wissen auch nicht wieviel überhaupt eingenommen wird - einer beschreibt es treffend : ein menschlicher zoo - eines gibt es allerdings zu erwähnen , es gibt auch eine schule im sog. high school -status , weiter dürfen diese kinder aber nicht auf die schule gehen -
...der name "show" passt , treffender kann man es nicht sagen , also , es ist nicht alles gold was zu glänzen vermag auch nicht in thailand.... meint mit

lg helmi

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 21.10.2008, 16:17
von Werner
So ganz klar ist euch das noch nicht: Es leben 120.000 Burmesen, also einhunderzwanzig x tausend Menschen in Thailand in Flüchtlingscamps. Wie sehen die Lager aus. Holzbaracken? Stacheldraht? Feldarbeit? Malaria? Die sind sicher kaum besser als ein Flüchtlingscamp in Europa im letzten Jahrhundert, die Lager mit den spanischen Bürgerkriegsflüchtlingen in Frankreich oder so. Warum gibt es keinen Bericht über diese Camps? Was ist da los? Sind diese Menschen vergessen?

Warum nur Berichte über die paar hundert Leute in den Hilltribe Dörfern? Weil die dekorativer sind mit ihren Ringen um den Hals? Oder weil man die TV Teams nicht in die anderen Camps lässt?

Und wieso ist eine gut geführte Touristenattraktion nicht nachhaltig? Das klappt doch schon recht lange und wird sicher auch noch sehr lange gut gehen, es werden Menschen aller Altersgruppen beschäftigt, in vielen Berufen in Thailand sind Greise nicht mehr gefragt, auch nicht in Deutschland, aber Laiendarsteller ist doch was nettes. Das wird lange gut gehen, außer natürlich, wenn die Presse weiterhin in dem Maße darüber herzieht, dass am Ende noch die zahlenden Touristen ausbleiben. Dann können die Laiendarsteller sich sicher gerne wieder zu den 120.000 anderen Burmesen in die Camps bewegen und dort die nächsten 10 Jahre im Dreck hocken und auf die Rückkehr nach Burma warten.

Also ich sehe diesen Job als Laiendarsteller in der "Hilltribe Show" als eine gute Chance um als Flüchtling für eine sehr lange Zeit ein gutes Auskommen und jede Menge Abwechslung zu haben.

Gruß Werner. :peace:

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 21.10.2008, 16:49
von smile
Werner hat geschrieben:Also ich sehe diesen Job als Laiendarsteller in der "Hilltribe Show" als eine gute Chance um als Flüchtling für eine sehr lange Zeit ein gutes Auskommen und jede Menge Abwechslung zu haben.
:klatsch Das seh ich auch so ... und jetzte bekommste bestimmt die Haue, vor der ich mich bisher gedrückt hab weil ich sowas ähnliches schreiben wollte ;)

:aetsch

P.S. Ich persönlich würde auch lieber im Menschenzoo arbeiten, als z.B. ohne Schutzkleidung in einer Gerberei und mit nackten Füßen in der recht giftigen Lauge stehen.

Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 21.10.2008, 17:03
von Werner
Smile, meine Meinung ist halt nicht immer konform zum Mainstream der Presse. Dass nun ein zweiter Bericht kommt, begründet auch keine Wahrheit, das bedeutet nur, dass andere dem ersten Bericht folgen, aber außer den zwei Zahlen über das Taschengeld kaum was neues hinzu gefügt hatten.

Gedenken wir doch einmal nur für eine Minute den 120.000 (Einhunderzwanzigtausend) Flüchtlingen, bzw. traurigen Einzelschicksalen die in Lagern im Norden Thailands auf die Rückkehr in ihre Heimat warten, nicht so dekorativ ausschauen und nicht von Kitty, den Touristen und den TV Teams besucht und behätschelt werden.

Gruß Werner. :peace:

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 21.10.2008, 17:24
von Mandybär
Werner hat geschrieben:Smile, meine Meinung ist halt nicht immer konform zum Mainstream der Presse. Dass nun ein zweiter Bericht kommt, begründet auch keine Wahrheit, das bedeutet nur, dass andere dem ersten Bericht folgen, aber außer den zwei Zahlen über das Taschengeld kaum was neues hinzu gefügt hatten.

Gedenken wir doch einmal nur für eine Minute den 120.000 (Einhunderzwanzigtausend) Flüchtlingen, bzw. traurigen Einzelschicksalen die in Lagern im Norden Thailands auf die Rückkehr in ihre Heimat warten, nicht so dekorativ ausschauen und nicht von Kitty, den Touristen und den TV Teams besucht und behätschelt werden.

Gruß Werner. :peace:
und den tausenden Burmesen, die in THL unter teils menschenunwürdigen Bedingungen schwarz arbeiten müssen.
Seit geraumer Zeit leistet sich doch fast jeder thail. Geschäftsmann, der genügend gute Kontakte zur Polizei hat (gekauft hat)
seine Burmesen, die am Bau, in den Gummi- und Palmölplantagen für einen Minimallohn arbeiten müssen.
Zur Ehrenrettung muss ich bemerken, dass sich auch viele der Arbeitgeber den Flüchtlingen gegenüber ehrlich verhält, und
diese armen Leute nicht ausbeutet, sondern menschlich und fair behandelt.

Mandybär

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 21.10.2008, 17:31
von helmishali
Warum nur Berichte über die paar hundert Leute in den Hilltribe Dörfern? Weil die dekorativer sind mit ihren Ringen um den hals? Oder weil man die TV Teams nicht in die anderen Camps lässt?
...so wird es wohl sein...das dorf schaut recht nett eingebettet vom adler -blick aus gesehen aus , von stacheldraht etc.etc., no na net, keine spur ...wie ein idyllisches dorf , hätte man sich etwas anderes erwartet....die anfahrt ist via longtailboot...geht es noch idyllischer ?
....die kinder und auch erwachsene lernen dort um der tristesse zu entfliehen , nur sie dürfen nicht weiterlernen , kein college geschweige denn university ; wo ist hier die nachhaltigkeit ? gegenargument , diese chance haben in thailand auch nur wenige die es sich leisten können....
...es ist nicht allen im dorf vergönnt "laiendarsteller" zu spielen , vor allem den weniger dekorativen männern nicht , die verdingen sich als feldarbeiter um ca. eur 1.-- pro tag , die thais bekommen für die gleiche arbeit ca. eur 3-4.....
..ich möchte nicht über den ganzen film etwas wiedergeben , es ist auf jeden fall kein boulevard- stück wie von anderen organisationen, daher auch von der uni krems unterstützt....am besten ihr könnt euch diese doku mal selbst anschauen und erst dann bewerten was hier nachhaltig ist oder auch nicht ..... es gibt dort nämlich keine pragmatisierten burgschauspieler mit pensionsberechtigung wie bei uns , das wäre dann wirklich nachhaltig.... meint mit

lg helmi

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 22.10.2008, 06:06
von Volker
Moin Moin aus dem verregneten Ban Tai,

Der Spiegelartikel ist aus meiner Sicht uebelstes Bildzeitungsniveau.

Warum "schnaufen" die 3 Briten auf ihren Elefanten ? Sie lassen sich doch von
den Tieren tragen und haben keine koerperliche Anstrengung zu bewaeltigen.
Mal wieder schoen das Klischee vom fetten Farang bedient :baeng
Fehlt doch eigentlich nur noch der Brueckenschlag zum Sextourismus, na ja,
vielleicht naechstes mal.

Dann kommen die thailaendischen Geschaeftsleute, die mit Billigung der Regierung...
Und Schwupps, wer denkt da nicht an ein kleines Entgelt an die zustaendigen Beamten ? :evil:

Zubetonierte Staedte ? Was wird denn woanders als Baumaterial verwendet ? In Hamburg Lehm ?
Oder die Strandpromenaden an der Ostsee. Ohne Ortseingangsschild wuesste man nicht, wo man
sich befindet. Ueberall das selbe Bild: Kuestenstrasse mit Souvenierlaeden, Fahradweg, Buergersteig
und die obligatorische Hagebuttenhecke.

Aber nun zum Thema.

Ich sehe das auch so, dass die Kayanleute durch die Doefer einen besseren Lebensstandart haben,
als ihre Landsleute im Lager. Und dass sie sich in Thaiand nicht frei bewegen duerfen, ist als
Fluechtling wohl klar.

Was mich allerdings etwas stoert, ist die Tatsache, dass man sie nicht in ein Land ausreisen
laesst, das bereit ist sie aufzunehmen.
Das hat so ein wenig Geschmaeckle. Da sollen wohl erst die Investitionen fuer die Doerfer
wieder eingespielt werden.

Dass hier mal wieder auf Thaiand herumgehackt wird, anstatt die Ursache der Tragoedie
anzuprangern ist eine Sauerei. Aber so eine Dienstreise in ein idyllisches Dorf in Thailand
ist natuerlich wesentlich angenehmer,als sich mit der Junta in Burma vor Ort herumzuaergern.
Vielleicht kommen bei der Leserschaft des Spiegel bunte Langhalsfrauen ja auch besser an als tote Moenche.

Gruss Volker

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 22.10.2008, 14:00
von Werner
Volker, vielen Dank für den konstruktiven Beitrag.

Gruß Werner. :peace:

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 22.10.2008, 19:35
von helmishali
Dass hier mal wieder auf Thaiand herumgehackt wird, anstatt die Ursache der Tragoedie
anzuprangern ist eine Sauerei. Aber so eine Dienstreise in ein idyllisches Dorf in Thailand
ist natuerlich wesentlich angenehmer,als sich mit der Junta in Burma vor Ort herumzuaergern.
Vielleicht kommen bei der Leserschaft des Spiegel bunte Langhalsfrauen ja auch besser an als tote Moenche


..wie meist im leben sollte man die zwei seiten sehen , ich glaube die flüchtlingstragödie und deren ursache ( die bei näheren hinsehen nicht unbekannt ist) stehen gegen das engagement der mönche in myanmar im hintergrund . Die Mönche marschieren für die Presse öffentlichkeitswirksamer . Eine zeitschrift lebt aber nicht nur von "bad news" obwohl die sich am besten verkaufen sondern auch von hoffnungsgeschichten. und die hoffnung ein besseres materielles leben zu leben als jene mit den gleichen ausgangsbedingungen ist ja für die dorfbewohner gegeben . die umgebungsgeräusche als negativer gegenpol dürfen dabei aber nicht vergessen werden . und so muss halt wer herhalten der den bösen spielt wie auch immer die gegenwart ausschaut. in diesem fall sind es halt die thais die den flüchtlingen keine alternativen, als im camp zu leben, geben . es liegt mir fern dies zu werten ....rein als aufmache kommen aber tote mönche öffentlichkeitswirksam besser an , ich glaube davon kann man ausgehen ....zu diesem kapitel wird es immer pro und contra geben....am besten es gäbe überhaupt keine flüchtlinge auf der welt oder ?

lg helmi

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 23.10.2008, 00:08
von schiene
hualanka hat geschrieben:Habe ich auch am Montag auch im Spiegel gelesen, alleine der Absatz (zitieren darf ich ja?):
"Die Insel Phuket haben die Thailänder zu einem Badeparadies zurechtbetoniert, Pattaya in ein Riesenbordell verwandelt, und dem Norden des Landes wurde eine Rolle als tropische Version aus Völkerschau bei Hagenbeck und Vogelpark Walsrode zugedacht: das ideale Trekkinggebiet für Rucksackreisende, die durch die Wälder streifen, um auf Elefantenrücken Bergstämme zu "entdecken".
Ist eine Frechheit und dilletantisch :baeng
was bitteschön stimmt denn von diesen Aussagen nicht????

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 23.10.2008, 04:27
von Volker
schiene hat geschrieben:
was bitteschön stimmt denn von diesen Aussagen nicht????
So ziemlich alles.
Da koennte ich ob der Reeperbahn auch Hamburg zum globalen Puff erklaeren.
Ich haette vom Spiegel eben eine etwas differenziertere Betrachtung erwartet.
Das soll ja nicht heissen, dass es in Bad Taya keine Prostitution gibt.

Das Thema des Artikels waren doch die Giraffenfrauen. Warum also nicht eine
sachlich fundierte Aufarbeitung des Fluechtlingsdramas und deren Ursachen ?
Aber in Zeiten, wo die Presse aus Kostengruenden lieber bei Reuters und Co.
einkauft, anstatt selbst zu recherchieren, darf man eben nichts anderes erwarten.

Gruss Volker

Samui: Noch sonnig, 29 Grad, aber dicke Wolken ueber den Bergen.
Wir gehen jetzt zur Einweihung des neuen Wat beim Big Buddha. :go

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 23.10.2008, 09:42
von helmishali
hualanka hat geschrieben:
Habe ich auch am Montag auch im Spiegel gelesen, alleine der Absatz (zitieren darf ich ja?):
"Die Insel Phuket haben die Thailänder zu einem Badeparadies zurechtbetoniert, Pattaya in ein Riesenbordell verwandelt, und dem Norden des Landes wurde eine Rolle als tropische Version aus Völkerschau bei Hagenbeck und Vogelpark Walsrode zugedacht: das ideale Trekkinggebiet für Rucksackreisende, die durch die Wälder streifen, um auf Elefantenrücken Bergstämme zu "entdecken".
Ist eine Frechheit und dilletantisch


...na ja , aus meiner sicht , so unrecht hat der autor auch wieder nicht , vor allem dann , wenn man die entwicklungen der letzten 30 jahre tlw. vorort mitbekommen hat ,und in einem hat der autor unrecht , pattaya war schon damals ein riesenbordell und seit damals ist der funke auch auf andere gebiete übergesprungen die damals noch nicht "infiziert" waren;aber das ist ja wirklich ein anderes thema ; die rosarote brille schützt nicht vor der realität..... meint mit

lg helmi

Re: Spiegelartikel zu Hilltribes

Verfasst: 25.10.2008, 02:12
von schiene
Volker hat geschrieben:
schiene hat geschrieben:
was bitteschön stimmt denn von diesen Aussagen nicht????
So ziemlich alles.
Da koennte ich ob der Reeperbahn auch Hamburg zum globalen mein Haus erklaeren.
Ich haette vom Spiegel eben eine etwas differenziertere Betrachtung erwartet.
Das soll ja nicht heissen, dass es in Bad Taya keine Prostitution gibt.

Das Thema des Artikels waren doch die Giraffenfrauen. Warum also nicht eine
sachlich fundierte Aufarbeitung des Fluechtlingsdramas und deren Ursachen ?
Aber in Zeiten, wo die Presse aus Kostengruenden lieber bei Reuters und Co.
einkauft, anstatt selbst zu recherchieren, darf man eben nichts anderes erwarten.

Gruss Volker

Samui: Noch sonnig, 29 Grad, aber dicke Wolken ueber den Bergen.
Wir gehen jetzt zur Einweihung des neuen Wat beim Big Buddha. :go
Pattaya ist ein riesiges Bordel und und auf Phuket wird alles zubetoniert!An dieser Aussage gibts nix zu rütteln.Was die Medien schreiben oder kund tun interessiert mich nicht.Die Aussage im Spiegel ist nun aber mal richtig,ob es dem ein oder anderem paßt oder nicht