Gut, es geht weiter.
Die Fotos sind auf meiner Picasa Seite zu sehen :
http://picasaweb.google.es/Beaglehund2
Also, mir macht es Spass, denn so erlebe ich den Urlaub nochmal....
Heute ist einer der Höhepunkte vorgesehen : Der Literaturtempel !!!
Da freu ich mich schon so sehr drauf.
Zum Glück sind nicht allzu viele Menschen da. So kann man in relativer Ruhe die besondere Stimmung dieses Ortes auf sich wirken lassen. Durch verschiedene Tore und Höfe gelangt man zum Haupttempel.
In den Höfen erfreuen Seerosenteiche und ein Fischteich das Auge des Besuchers.
Die grossen Steintafeln mit chinesischen Schriftzeichen, welche in geraden Reihen seit ewigen Zeiten stehen, sind die Zeugnisse bestandener Mandarin-Prüfungen. Sie stehen auf steinernen Schildkröten. Und heutzutage kommen die Schüler und Studenten hierher, streicheln den Kopf der Kröte, damit sie ihre Prüfungen bestehen.
Da – durch die Seerosenteiche kommt mir eine zauberhafte junge Frau entgegen. Sie trägt einen rosafarbenen Ao Dai, er ist mit grünblättrigen Seerosen bemalt. Ich wünschte, ich könnte auch soetwas tragen.....
Sie posiert für einen Fotografen – und für mich....hihihi
Im inneren Tempelbereich erfüllt mich Ehrfurcht. Konfutius schaut mich – schelmisch lächelnd ?- an, sein Bart ist ein wenig schief und der Schnurbart etwas verschoben, aber das tut der Würde keinen Abbruch.
Reiher und Schildkröten flankieren ihn als Symbole der Weisheit.
Am Ausgang schnell noch von den grossen Räucherstäbchen kaufen, die im Tempel abgebrannt werden. Die sind für mich.
Wieder auf der Strasse widme ich mich ganz dem Bild, das sich mir darbietet. Ich fühle mich in alte Zeiten versetzt, denn entlang der Mauer des Tempels sitzen altehrwürdige Schriftgelehrte in prächtigen seidenen Gewändern und malen mit Tusche und Pinsel glückbringende Kalligrafien auf Rollbilder. Nur einer stört die Ilusion : ein Frosch auf einem kleinen Plastikhocker. Aber- der sieht richtig freundlich aus, hat was verschmiztes im Gesicht, sogar Lachfalten und eine grosse schwarze Warze am Schnurbart. Ich traue mich und frage, ob ich ihn fotografieren darf. Ja, sagt er , schlägt keck die Beine übereinander und lächelt. Aber sogleich marschieren zwei andere Frösche in ihren um den Körper schlabbernden Uniformen im Stechschritt die Strasse lang. Mein kecker Frosch war und blieb der Einzigste nette !
Meine Aufmerksamkeit kehrt zu den Gelehrten zurück. Viele Vietnamesen besprechen mit ihnen, welches Zeichen das richtige für ihr persönliches Glück ist. Die Männer sind in ihren langen seidenen Gewändern, mit Hüten und langen Bärten ganz in ihre Arbeit vertieft. Nur einer macht eine Siesta in einer Hängematte, und ein anderer sitzt zierlich auf der Strasse, graue Haare, silbernes Kleid, schwarzer Hut, und hält einen grossen Schirm über seinem Kopf. Aber es regnet nicht, noch scheint die Sonne.
Eine junge Mutter spaziert mit ihrem kleinen Sohn, vielleicht zwei Jahre alt, er hat einen geschorenen Kopf und eine Irokesenfrisur. Der ist so süss.
Cyclos fahren vorbei, mit Waren so hoch beladen, dass man den Fahrer garnicht mehr sehen kann.
Die Strassenfriseure haben heuer viel zu tun, denn zu Tet muss die Frisur sitzen. An einer Mauer hängt ein Spiegel, davor steht ein Friseurstuhl. Utensilien : Frisiergel, Sprühflasche mit Wasser, Umhang, Kamm und Schere. Und schon kann´s losgehen, Die Haare vermischen sich mit den Blättern auf der Strasse. Diese mobilen Figaros gibt es zuhauf.
Wir gehen essen, zum KOTO – Know One, Teach One. Das ist eine private Initiative ,in der Strassenkinder eine Ausbildung im Gastronomiegewerbe bekommen. Alle, die hier arbeiten sind sehr jung und sehr kontaktfreudig.
Du bestellst etwas und bekommst eine Konversation gratis dazu. Es ist lecker und preiswert und mit schöner Sicht von der Dachterasse.
In den herrlichen kleinen Lädchen im Viertel wird so einiges erstanden, auch ein wunderschöner Ao Dai für Laura, in verschiedenen dunklen Rottönen. Ganz leicht und traumhaft schön. Ich könnte einfach ständig tolle Sachen für mein Kind einkaufen.......
Nun sind wir reif für eine Massage. Im Ying Yang Spa gönnen wir uns eine einstündige Ölmassage für ganze 20 USD. Ganz schön teuer.
Aber – vornehm geht die Welt zugrunde....hehehe
Ausserdem ist die Massage saugut, selten eine so gute gehabt.
Abendessen in der siebten Etage am Kreisel am See auf der Terasse.
Das Essen ist so lala, aber die Aussicht entschädigt wieder.
Der Verdauungsspaziergang führt uns bis zum Opernhaus. Auf dem Vorplatz findet ein Gratiskonzert statt. Die Sängerinnen sind in absolut traumhafte Ao Dais gekleidet. Ich weiss garnicht mehr, wie sie gesungen haben, aber das Outfit hat mich mächtig beeindruckt.
Vor dem Platz stehen die Menschen und lauschen – auf ihren Mopeds!
Das ist einfach unglaublich, sind die alle mit diesen Dingern verwachsen??? Gehen sie damit schlafen ??? Da sitzen 4-5 köpfige Familien auf den Mopeds, dicht an dicht, hunderte, und geniessen ein Konzert...... Dabei wird geknabbert und geschleckt, wo sie das Zeugs wohl herhaben ??? Gibt bestimmt einen Verkäufer, der sich durch die Lenker und Räder quetscht.
Auf dem Weg ins Hotel finden wir im Quater einige Lädchen, die von jungen Mädchen regelrecht belagert werden. Mal sehen....ahhhhh...hier gibt es Leckereien. Aber auf vietnamesisch. Unter anderem getrocknetes, kleingeschnittenes Obst pikant gewürzt. Ich probiere einiges, aber nicht alles erzeugt Wohlbefinden auf meiner Zunge. Ich entscheide mich für salzige Aprikosen mit Ingwer, die sind echt lecker.
Der nächste Tag bringt kühles Wetter und Nieselregen.
Wir stiefeln zu Explorer Tours um den Rest für die Halong Tour zu bezahlen.
Nebenan in der kleinen Gallerie wird noch etwas geshoppt.
Was soll man bei diesem Wetter schon unternehmen.......?????? Da kann man sich ja nur innen aufhalten, und deshalb zieht es uns in die Ma May in eines der renovierten Tunnelhäuser. Dieses ist wunderschön, alles in Holz.
Nun weiss ich auch, wie das mit der Beleuchtung und Belüftung funktioniert. Die lange Zimmerreihe ist von offenen Patios unterbrochen.
Dies Haus ist zweigeschossig, in den Höfen stehen viele Pflanzen, irdenes Gerät, geschnitzte Holztüren öffnen sich zu Balustraden und Balkonen, die Dächer sind mit moosigen Ziegeln bedeckt. Die Wände hängen voller Bilder. Auf einem Tisch steht ein altes Teegeschirr, fast erwartet man den chinesischen Urahn auf einem der geschnitzten Stühle zu sehen .
Die Küche ist voll mit Kochgeschirr und Zeugs. Es gibt Vogelkäfige mit schwarzen Vögeln drin und natürlich auch ein Mandarinenbäumchen.
Leider wird auch alles Mögliche verkauft, schliesslich sind die Vietnamesen sehr geschäftstüchtig.
Im Loose habe ich von einem kleinen Cafe gelesen das nur durch einen kleinen Laden zu erreichen ist . Es soll eine schöne Terasse mit Aussicht auf den See haben. Pho Co heisst es.
Wer suchet, der findet bekanntlich auch. Einen Namen sehen wir nicht, aber ansonsten stimmt die Beschreibung. Wir zwängen nuns durch einen eingen Kramladen, gelangen in einen Hof, geben die Cà Fé Bestellung auf , klettern eine enge Treppe hinauf und gelangen, vorbei an schwarzlakierten Vogelkäfigen mit gefiederten Sängern drin, auf eine überdachte Terasse. Unter grossen Bildern stehen kleine Tische und Stühle, umgeben von einer Atmosphere längst vergangener Zeiten. Hier sitzt nur noch ein knutschendes vietnamesisches Päärchen. Eine schwarzweisse Katze liegt auf einem Mauervorsprung und fügt sich perfekt in das Bild der lässig vergilbten Stimmung ein.
Wieder auf der Strasse, entwickeln wir eine Zickzackgangart um bei Nieselregen nicht mitten in die aufgeweichten Abfallhaufen zu treten.
Tja – Regenzeit – Einkaufszeit................
Es stiehlt sich fast unbemerkt noch ein traumhaft schöner Ao Dai für Lauri in die Einkaufstasche,noch ein Zippo, verschiedene Kleinigkeiten und......Bilder !
Auch auf Empfehlung des Loose gehen wir zu Bobby Chinn essen.
Er ist ein Trendsetter mit asiatisch – kalifornischem Fusion Cooking.....
Hmmmm.......also, beeindruckt hat er uns nicht. Die Karte ist sehr reduziert, die Preise sehr hoch, geschmacklich gibt es in Hanoi wesentlich besseres zu erleben. Ausserdem war mir die Deko zu plüschig.
Wir wandern noch ein bissel durch die Stadt, vorbei an Männern , die kaum ihre armlangen Bambuspfeifen anzünden können, Frauen, schwer beladen mit Tragekörben, federnden, trippelnden Schrittes, verweilen einen Moment bei der Frau, die ein einsames Schweinebein rasiert und ich erfreue mich mal wieder an dem bunten Kaleidoskop das sich dem Auge überall bietet.
An den Essenständen liegt das allerverschiedenste Fleisch aus, Kleine Spanferkel und Hühner hängen kross gebraten am Haken, Entenköpfe, daneben eine Menge grosser brauner Zungen und auch halbe Hunde, wohl in Sojasosse gebraten........oooochhhhh neeeeeee...DAS muss jetzt nicht sein !!! Hinter einem anderen Glasfenster sitzen zwei komplette gelbe gekochte Enten auf einem Teller, die Schnäbel aufgeklappt, sie schauen sich an und es scheint, dass sie sich über die Menschen lustig machen.
Absacker bei Papa Joey mit einem Glas vietnamesischen Rotwein und Chaoskino vor der Terasse.
Der nächste Tag zeigt sich wieder von der trüben Seite.
Wir laufen durch die Stadt bis in die Aussenbezirke hin zum Roten Fluss....wo sind wir hier eigentlich??????
Hier gibt es eine Reparaturwerkstatt der etwas anderen Art. In kunterbunter Eintracht sitzen-stehen-liegen defekte Buddhas, Heilige Frauen, Winnie Puhs, griechische Jungfrauen (fast nackt), Löwen, Schweineköpfe und vieles mehr auf einem grossen Hof und warten auf …...ja, auf was denn???????
Plötzlich stehen wir an der breiten Einfahrtschnellstrasse , die von Flughafen kommt. Der Verkehr ist gruselig und es gibt einfach keine Lücke, aber wir möchten unbedingt auf die andere Seite der Strasse.
Da – eine ältere Frau hat die gleiche Absicht und wir hängen uns an sie ran....puhhhhh....geschafft. Aber nur, um dort sofort im Dreck zu versinken. Es findet ein Markt statt, aber so einen hab ich noch nie gesehen. Abfälle, schwarzer Matsch, Dreck wohin das Auge reicht,es stinkt, dazwischen streunende Hunde......Wir machen, dass wir fortkommen und gelangen in ein anderes Viertel.
Hier ist es wesentlich ruhiger als im Rest der Stadt. Alte koloniale Häuser in Pastellfarben säumen die Strasse. Ab und zu sitzt eine prunkvolle grosse Villa wie eine mit Schmuck beladene Erbtante dazwischen. Grosse Bäume spenden Schatten, es gibt kaum Verkehr – kaum zu glauben, aber es herrscht eine entspannende Ruhe.
Auch hier trudeln die Mandarinenbäumchen auf ihren fahrbaren Untersätzen mit Chauffeur durch die Strassen und die Strassenbarbiere haben alle Hände voll zu tun. Aber auch dünne gebeugte Grossmütter spazieren mit den kleinen Enkelkindern auf bunten Plastikautos durch die Gassen.
Die Menschen gehen ohne Hast ihren alltäglichen Verrichtungen nach, es ist so schön ländlich. Hühner werden auf der Strasse geschlachtet, in heisses Wasser getaucht und gerupft. Überall laufen Menschen mit Armen voller Blumen herum . Um ein Haar wäre ich auf eine dicke fette tote Ratte getreten.......igitttttttt.......
Dieses Viertel liegt direkt am Fluss, aber, so sehr wir uns bemühen, wir finden keinen Weg durch das Gewirr der engen Gässchen zwischen den Häusern, um direkt zum Fluss zu gelangen.
Hier gefällt es mir.
Wieder auf der Hauptstrasse erwischen wir nach einer geraumen Weile auch ein Taxi, welches uns zum French Quater bringt.
Rund um die Kathedrale finden sich viele kleine Lädchen, Bars und Restaurants. Ein schönes kleines Esslokal hat es uns angetan und nach einer dampfend heissen Pho geht es mir schon gleich besser.
Wir laufen zum Indochina zurück. Kofferpacken ist angesagt, denn um 20.00 werden wir abgeholt. Es geht mit dem Nachtzug nach Sapa.
Vorher nochmal in die Wettervorhersage im Net schauen....da steht immer noch, wie alle Tage, dass es in Sapa zwische 30º und 32º gibt.
Mir ist nicht wohl dabei, aber ich denke, dass es vielleicht doch nicht ganz so kalt wie befürchtet ist, eventuell ein bissel Frühling....????
Der Bahnhof von Hanoi ist ein einziges Durcheinander. Er scheint schon sehr alt zu sein, ist ziemlich heruntergekommen und mit Menschen aller Altersklassen und Nationalitäten bis zum Bersten vollgestopft.
Rucksackreisende mit Rastalocken, Familien mit kleinen Kindern, wohl auf dem Heimweg in die Berge, alte zerlumpte und sehr schmutzige Männer, bucklige zahnlose Frauen mit Körben auf dem Rücken, alte,junge, ganz junge......und dazwischen wir, etwas verschüchtert.
Wir bekommen unsere Zugtickets und als die Türen zum Bahnsteig von den Fröschen geöffnet werden, bricht eine Welle ungeduldigen Fleisches auf den Bahnsteig und strömt in ein und dieselbe Richtung......
Unser Zug steht – natürlich – gaaanz hinten an den Schienen. Es ist bitterkalt und feucht. Unser Abteil hingegen ist kuschelig ganz aus Holz. Wir haben zum Glück die beiden unteren Betten in der Viererkabine.
Oben gesellen sich eine junge Australierin und ein Italiener zu uns.
Nach ca 5 Minuten kommt von diesem die Nachricht, dass es in Sapa herzerfrischende 3º und dichten Nebel gibt. Tags ….nicht nachts....!!!
Hmmm....was solls. Das wird schon.
Wir machen es uns bequem, kuscheln uns in die Decken , versuchen zu lesen und unterhalten uns noch ein wenig. Dann geht das Licht aus und ich kann mal wieder nicht schlafen. Das ist doch zu blöd, dabei ist dieses rattatta und Geschaukel eigentlich genau richtig um ins Land der Träume zu gleiten. Ich will meine Hose nicht allzusehr zerkinttern und liege steif wie Onkel Ho auf der Pritsche......
Gegen 05.30 kommen wir in Lao Cai an und wenn ich jetzt ein Bett hätte, würde ich bestimmt 16 Stunden durchschlafen. Aber, da ist erstmal keine Rede von. Unsere Guide Van erwartet uns und bringt uns in die Bahnhofskneipe, wo uns ein kärgliches Frühstück serviert wird. Die zweite Tasse Kaffee muss schon extra bezahlt werden....
Anstatt nach Sapa geht es nun erstmal in die entgegengesetzte Richtung nach Bac Ha, denn dort ist Sonntagsmarkt. Ooooch Manno, ich hätte mir doch sooo gerne die Zähne geputzt.
Bac Ha ist eine kleine Stadt und liegt in einem Hochtal,1.200 m hoch, soll heissen, da ist es sehr kalt !!
Um dorthinzukommen muss unser Minibus einen 1.300 m hohen Pass überqueren und das wird die wohl seltsamste Fahrt meines Lebens.
Wir schrauben uns die Serpentinen hinauf und tauchen in dichten Nebel ein. Während der nächsten 30 Minuten gab es ausser weissem Nebel nichts zu sehen. Weder die Felsand zu unserer rechten, noch der tiefe gähnende Abgrund direkt zu unserer linken.....Es war absolut gespenstisch. Unser Fahrer tastete sich förmlich weiter, immer hoffend, dass die Reifen noch Bodenhaftung behielten. Sogar die Guide war sehr besorgt und hatte solch eine Fahrt noch nicht erlebt.
Plötzlich taucht eine Gruppe Männer aus dem wattigen weiss auf. Sie ziehen einen zweirädrigen Karren im Trab hinter sich her, darauf liegt ein Sarg. Vorneweg läuft ein Mann mit einem brennenden Strohbündel in beiden Händen...richtig surreal und gespenstisch.....
Ich fühle mich wie in einem Raumschiff, ausserhalb von Raum und Zeit,im Andromedanebel schwebend, in einer Welt ohne Konturen. Dreissig Minuten können sehr lang sein.
Langsam lichtet sich der Nebel und wir sehen, wie die Landschaft aussieht. Angesichts der Abgründe müssen wir schlucken.
Auf der Bergstrasse laufen jede Menge Hühner, schwarze Schweine und Hunde in grosser Anzahl herum. Ab und zu flaniert ein Wasserbüffel einher.
Die Gegend wird nun belebter. Trotz der Kälte– es sind höchstens 3º-4º -
laufen die meisten Menschen, auch Kinder, barfuss in Plastiksandalen herum.
Zum Sonntagsmarkt erscheinen dort aus den umliegenden Dörfern Mitglieder der Tay, Dao, Nung, Giay und der Flower-Hmong . Ich kann die natürlich nicht alle auseinanderhalten, aber die Flower-Hmong, die erkenne ich sofort. Sie haben die schönsten Trachten in hellen, fröhlichen Farben an.
Allerdings sind wir natürlich viel zu früh dran und die meisten Stände werden noch aufgebaut und die bunten Menschen trudeln erst nach und nach ein. Aber – es wird voll und sehr sehr bunt. Frauen in den allerschönsten Trachten umringen uns und wollen Handarbeiten verkaufen. Wir lachen viel, denn diese Frauen lachen immer sofort mit uns. Aber, was soll man mit all diesem Kram ??? Trotzdem kaufe ich zwei bunte Stoffhüte. Wir laufen mit Van durch die unglaublich matschigen Wege. Ich bin sehr dankbar für meine GoreTex Wanderschuhe. Es geht den Berg hinauf , der Matsch wird immer schlimmer, riesige Büffelkakhaufen zieren den Wegesrand, sehen aus wie aus einer übergrossen Sahnetülle gespritzt....
Um meine Schuhe herum sammelt sich der Matsch, bleibt kleben und ich habe mittlerweile gefühlte Schuhgrösse 56.
Ich rutsche und schlittere so vor mich hin, da verstellen mir zwei ca 12 Jahre alte Jungs den Weg, 1,50 m lange , unten spitze Bambusstangen in den Händen. Madam, buy Stick, only one Dollar. Nee danke, ich brauch keinen. Doch, du brauchst einen- ich geh weiter. Da stehen sie wieder vor mir. Buy a Stick....nee...doch...nee...doch...also, der ist vielleicht hartnäckig.
Dünn isser, hat ein knochiges Gesicht und abstehende Ohren. Und wie er da so steht und mich seiner Sache völlig sicher anblickt, da denke ich, zum Teufel, ich kauf ihm gleich zwei ab. Und was soll ich sagen....??? Die Dinger retten mir ganz bestimmt die Unversehrtheit meines Körpers.
Wir besuchen nämlich eine Hütte der Flower Hmong , und um da reinzukommen, geht es einen kleinen rutschigen, lehmigen Abhang hinunter. Dank meiner Sticks falle ich nicht auf die kopulierenden Enten. Mensch, das wär ja megapeinlich gewesen...
Die Hütte ist sehr einfach und sauber, es gibt einen grossen Wok auf offenem Feuer, eine Schlafecke, durch eine bunte Decke mit Blumenmuster abgeteilt. Spärliches Mobiliar, die unvermeidlichen Miniplastikhoker.
Aber die Menschen in ihren bunten Trachten haben ein Strahlen im Gesicht, lachen und sind sehr freundlich. Wir lassen eine Spende dort, als kleines Dankeschön, denn sie haben uns einen intimen Blick in ihr Leben gewährt.
Wieder auf dem Weg , meine Schuhe sammeln Matsch und ich bekomm ihn nicht ab. Es geht weiter bergauf, ein Büffel kreuzt unseren Weg.
Ein weiterer Besuch in einer Hütte steht an. Xin chao, ganz artig begrüssen wir die Bewohner und wünschen ein frohes Neues Jahr – auf vietnamesich natürlich. Jetzt hab ich aber vergessen, wie man das sagt....hehehe
Dort werden gerade Mondkuchen hergestellt, eine Spezialität zum Tet Fest. Dazu wird Klebereis gegart und mit Hilfe einer ca 4 m langen hölzernen Stampfkonstruktion in einer Art Mörser zu einem klebrigen, geschmeidigen Brei verklopft. Unsere Guide schwingt zusammen mit den Mädels den langen Holzdingsbums und am anderen Ende sitzt eine Frau , die den Teig immer wieder in Form bringt. Es gibt viel Gelächter und wir werden in die Hütte gebeten. Der Reisteig wird zu Knödeln geformt, in der Mitte gemahlene Nüsse, Zucker und Salz, noch etwas gegart und ist fertig zum essen. Wir bekommen auch einen. Ich find ihn sehr lecker und freue mich, diese Spezialität hier in den Bergen in genau dieser Hütte zu bekommen. Spende und weiter.
Wir laufen, schlittern und stampfen auf dem Lehm und rutschigen Blättern zum Dorf zurück.
Der Nebel hängt hier über dem Tal, die Reisterassen sind braun und kahl, dazwischen einzelne grosse Hütten mit frischgewaschener bunter Kleidung zum trocknen davor. Grüne Bäume und Stauden geben ein wenig Farbe. Es ist sehr friedlich und schön. Im Sommer allerdings, da muss es hier ein Paradies sein.
Es gibt ein schreckliches Mittagessen in einem saukalten Restaurant. Unsere Guide ist nicht zu sehen. Später entdecke ich sie, gemütlich vor einem Kohlefeuer sitzend. Und uns lässt sie in der Kälte hocken....
Es geht wieder zum Minibus in Lao Cai, wir fahren endlich nach Sapa.
Der Weg ist nun besser zu befahren, es liegt nur noch leichter Nebel auf dem Pass. Die Fahrt dauert 3 Stunden und nach der Nacht im Zug, der Kälte, kaum was zu essen , nicht geduscht, frierend wie ein Pinguin, freue ich mich wirklich sehr auf mein Hotelzimmer und eine warme Dusche.
Wie gebucht fahren wir ins „Royal View“. Dort aber schickt man uns weiter ins „Royal“. Ohne View. Sicht stand sowieso nicht zur Diskussion, denn auch Sapa war ununterbrochen in dicken weissen Nebel eingehüllt. Ein Blick aus einem Fenster offenbarte eine weisse Zuckerwattewand.
Jedenfalls ist das ROYAL ein dunkler Schuppen, in den Zimmern hat es an den Holzfensterrahmen fingerbreite Ritzen, durch die der feuchte Wind bläst. Das Bett steht direkt daneben, da ist eine Lungenentzündung sicher. Alles ist klamm. Das Bad hat auch schon bessere Zeiten erlebt, denn das Waschbecken kippt so sehr nach vorne, dass man Angst haben muss, dass einem das Wasser direkt auf die Füsse läuft, oder das ganze Teil auf den Boden fällt.
Wir sind stinksauer, erklären an der Rezeption, dass wir nach Hanoi zurückfahren werden, wenn wir kein anderes Hotel bekommen. Die Guide wird nun wach, kramt ihr rosa Handy heraus und telefoniert. Überraschung – nun dürfen wir doch ins Royal View.....geht doch !
Die Zimmer sind supergeräumig. Leider löst sich das Laminat, wohl wegen der andauernden Feuchtigkeit. Das Bad ist gross und schön. Es gibt sogar heisses Wasser....yupie !!
Aber die Kälte ist auch im Zimmer noch spürbar. Da es keine Heizung hat, miete ich eine an der Rezeption, kostet 50.000 Dong pro Tag, das ist es mir wert. Es wird eine klitzekleine drei-Rippen-Heizung gebracht.....
Die steht nun ununterbrochen neben meinem Bett , und es bleibt trotzdem kalt.....
Zu Bett gehe ich auch tres chick : nämlich mit 2 T Shirts, Pijama, Socken und Schal, über die Bettdecke noch das grosse Handtuch.
Im Sommer gibt es von meinem Zimmer aus einen weiträumigen Blick über das Tal von Sapa und die Berge. Nun gibt es Watte-Nebel.
Aber jetzt erstmal heiß duschen nund ein klein wenig schlafen.
Heute ist Tet Fest und in Sapa ist irgendwie garnichts los.
Also wird erstmal das Dorf erkundet. Der dichte Nebel wirkt wie ein Weichzeichner. Alle Konturen sind schön sanft.
Leider hat der kalte Nebel auch noch einen unangenehmen Nebenefekt .
Kleidung und Haare sind innerhalb von Minuten durchnässt. Also habe ich ständig die Kapuze meiner Regenjacke auf dem Kopf und der Rest von meinen Haaren hängt traurig und nass auf der Stirn.
In einem Laden-wo-es-alles-gibt kaufen wir uns erstmal einen warmen Schal und Handschuhe. Jetzt lässt es sich schon besser aushalten. Allerdings lässt sich die Kamara nun nicht mehr so einfach handhaben....
Am frühen Abend gehen wir was leckeres essen. Im Restaurant brennen Holzscheite in einem Kamin und man kann sich davor abwechseld die Vorder- und Hinter(n)seite anwärmen
Die Nacht in Sapa ist rabenschwarz und menschenleer. Die Laternen verbreiten ein diffuses Licht, welches im weissen Wabber formlos ausläuft wie ein geplatztes Eigelb.
Ab und zu schleicht ein Turi an den Häusern entlang auf der Suche nach einem warmen Platz.
Wir gehen früh schlafen, Tetfeierlichkeiten sucht man hier vergebens.
Dann, um 24.00..........Aufstand, Krieg, Granaten, das Hotel wird angegriffen und fällt gleich um.............................
Panik macht sich breit, denn ohrenbetäubendes Geknalle und Detonationen zerfetzen die nächtliche Stille und auch beinahe mein Trommelfell.
Wir telefonieren von einem Zimmer ins andere und schnell ist uns klar – die Hotelangestellten zünden die Böller in der Hotelhalle!!! Wir wohnen in der zweiten Etage........
Scheinbar ist es verboten, Böller auf der Strasse zu zünden....
Schreck lass nach..........................................Da helfen auch Oropax nix !
Es hat die ganze Nacht geregnet .
Das Frühstück wird in einem Café verzehrt. Wir haben Glück und sitzen an einem Tisch neben der tragbaren offenen Feuerstelle. Man stelle sich eine SEHR grosse offene Blechdose vor, auf 3 Beinen und mit einem Blechdach ca 1 m dadrüber, vor. Dieser Tisch ist immer heissumkämpft, denn hier ist es kuschelig warm. Kellner und Kellnerinnen tragen auch im Lokal dicke Jacken. Aber jetzt erstmal lecker Cà Fé und was zwischen die Zähne. Neben uns sitzt eine englische Familie mit Kindern, die haben eine ganze Gruppe Kiddies in den bunten Trachten aus den Bergen zu Kakao und Kuchen eingeladen. Alle haben Spass und ich mache verstohlen ein paar Fotos, die sind zuu niedlich.
Wir tragen wieder unsere Sommerhosen über den Winterhosen. Die haben unterschiedliche Längen, das wird bestimmt ein neuer Look....
Wanderschuhe,Schal, Handschuhe, 2 Kapuzen auf den Kopp und los geht’s mit unserer Guide zum Trekking in die Berge.
Die Strassen und Wege, die Berge und Täler – alles liegt in dichtem Nebel. Manchmal taucht unversehens an einer Biegung ein grosser schwarzer Büffel auf, oder eine schwarze Schweinefamilie, oder ein paar Mädchen in Trachten, barfuss mit Gummilatschen und karierten Regenschirmen stehen am Strassenrand, geradeso, als wenn sie auf den nächsten Bus warten würden. Die Täler sind in Nebelfetzen gehüllt, die Reisterassen, die im Sommer grün leuchten, sind braun und ein bissel trostlos. Auf einem Feld steht eine Gruppe Büffel, sie sind mit Decken behängt – ob sie sich wohl erkälten ???
Die Guide merkt wohl, dass wir mit der Führung nicht so wirklich glücklich sind, denn sie zeichnet sich ja vorwiegend durch schweigen aus. Da beschliesst sie plötzlich, uns ein Lied zu singen. Es hat eine einfache Melodie und der Text besteht aus dem ständigen Wiederholen des Namens Ho Chi Mingh....Sapa sucht den Superstar !!!
Wir lassen uns nicht lumpen und singen mit. Frank kramt noch ein Lied aus der DDR Jugend hervor und erzählt, dass er als Kind mit anderen Schülern Pakete an Onkel Ho geschickt hat. Zu den sozialistischen Brüdern und Schwestern in Vietnam. Ich kann da nicht mithalten und muss schmunzeln, denn als ich Kind war, hat man Pakete in die DDR geschickt......hihihihihih.....
Uns begleiten zwei ältere Frauen in Trachten, mit Kiepen auf dem Rücken. Sie sind klein, braun, haben wenig Zähne und ein entwaffnendes Lächeln. Wir unterhalten uns auf dem Weg....wenn man das dann mal so nennen kann....Sie scheinen auf dem Weg in ihr Dorf zu sein und sie wollen uns natürlich was verkaufen. Kurz vor unserem ersten Ziel halten sie uns an und packen all ihre Schätze aus. Schliesslich sollen wir nicht den Verführungen der Konkurrenz erliegen, denn sie sind unsere Weggefährtinnen und haben gewisse Vorrechte. Hmmm...naja.
Ich kann immer so schlecht nein sagen und erstehe ...Gürtel, Tasche, Hut
…...wen soll ich damit beglücken??? Es gesellt sich dann eine Red Dzao Frau zu uns. Sie hat einen roten Turban auf dem Hut, und unsere Freundinnen mögen sie so garnicht. Man zupft mich am Ärmel und macht mir klar, die da ist no good...Gesichterverziehenkopfwackeln... Vor allem sollen wir nichts von ihr kaufen ! Die Dzao sieht wirklich ein bissel verärgert aus.....
An einer Weberei wird noch schnell ein Wandbehang geordert und schon geht es weiter. Man sieht es den Wegen an, dass es die Nacht geregnet hat, denn der Matsch ist tief und saugt sich an den Schuhen fest.
Viele kleine Kinder erscheinen wie aus dem Nichts. Sie laufen alle barfuss in Gummischlappen, bei der Kälte,Regen und im Matsch. Ich komme mir richtig verweichlicht vor. Warmduscherturi eben.
Zum Glück gibt es bei den Dörfern Schulen und kleine Gesundheitsstationen mit Nurse für die Grundversorgung.
Die Kinder sind pfiffig und sehr geschäftstüchtig, alle sprechen ein klein wenig englisch.
Zeit zum Mittagessen. Wir pausieren in einem Gartenrestaurant mit angegliederter offener Laube mit Sicht auf den Bach und den Regen.
Es gibt eine Suppe mit Instantnudeln und Kohl. Das schon geschälte und geschnittene Obst essen wir nicht, denn alle haben hier sehr schwarze Fingernägel und die Sauberkeit glänzt durch Abwesenheit.
Das Beste ist der Cà Fé danach. Allerdings stellen wir zum Schluss fest, dass sich unsere Guide den Bauch mit dem feinsten Essen vollgeschlagen hat, denn sie hat mal wieder drinnen am Feuer im warmen gegessen. Das ist schon ein Muster ohne Wert. Ich hätte auch noch gerne was leckeres gegessen.....
Ein kleines süsses Mädchen kommt und will Frank einen silbernen Armreifen verkaufen. Sie plappert munter drauflos, muss ein dolles Verkaufsgespräch sein. Frank rollt mit den Augen, fragt nach dem Preis und kauft. Kurz drauf kommt sie zurück, redet wie ein Wasserfall, gestikuliert, ist ganz aufgelöst....wir verstehen nix. Mehr Geld will sie nicht, also was dann??? Dieses Rätsel bleibt ungelöst.
Inzwischen haben sich rund 40 Bergfrauen mit ihren Kindern vor dem Eingang des Restaurants versammelt, Kiepen auf dem Rücken und in der Hoffnung, die Langnasen nach dem Essen satt und in gnädiger Kauflaune zu treffen.
Ich bin so blöd und geh als erste raus....komme aber nicht weiter als bis über die Schwelle. Wusch....in 1 Sekunde bin ich umzingelt und viele viele Hände recken sich meinem Gesicht entgegen, voll mit allem möglichen Zeugs. Zum Glück stehe ich mit dem Rücken an der Wand und kann mich dort anlehnen.
Es ertönt ein vielstimmiges Summen – buy me a bag, buy me a bracelet, buy me this, buy me that, me, no me, no meee.......
Ein Mädchen ruft, du hast mich heute morgen im Cafe fotografiert, jetzt muss du mir was kaufen ! Bänggg....die Strafe folgt auf dem Fuss !
Ich sage der Menge an Händen – I dont need nothing.- But you are rich! bängg...... Mensch nun kauf doch schon du reiche Frau...ich fühl mich schlecht.
Als es mir doch zu bunt wird, ich fühl mich richtig eingeengt, sag ich :
I have a bag, I have another bag, I have a carpet, I have two bracelets, I have two hats, I have a belt, I have two sticks, I have a son, I have a daughter, I have a dog, I don´t have any husband and I have a spider in my home. Alle lauschen gespannt dieser Beichte und habe ich die volle Aufmerksamkeit. Alle lächeln über die komische Frau. Aber kaum geht mir der Atem aus, schnattern sie schon wieder los und rücken keinenn Zentimeter von ihrer Position ab. Also versuche ich nun, ihnen meinen (vorher erworbenen) Stick zu verkaufen. Den wollen sie aber nicht.
Da mache ich einfach meine Augen zu und fange laut an zu schnarchen.
Stille. Flüstern....she is crazy...look, she is very crazy....Ja, weiter so, ich bin verrückt, geht zu den anderen.
Zum Glück verlassen nun auch andere das Resti und ich kann mir einen Weg durch die Menge verkaufswütiger Weiber bahnen, immer schön lächelnd.
Es regnet, wir laufen, unsere Nasen auch. Kleiner Stop bei einem Trachtenmuseum.
Endlich werden wir von unserem Auto abgeholt, das uns bei diesem Mistwetter wieder nach Sapa bringt. Es hat keinen Sinn mehr weiterzulaufen.
Der Abend verläuft monoton. Essen, trinken, sich aufwärmen und früh ins Bett.
Heute schlafen wir richtig aus, denn es wird erst um 13.00 wieder getrekkt.
Frühstück am Kamin mit Omelett, das hat was.
Es ist Markttag in Sapa und das Dorf ist rappelvoll mit Frauen und Kindern. Alle tragen ganz neue Trachten, die müssen nun wieder bis zum nächsten Tet Fest halten. Aber das sieht soooooooo schön aus.....
Es nebelt natürlich wieder und all diese prächtig gekleideten Menschen shen aus wie Figuren, die in Watte gepackt sind damit sie nicht zerbrechen.
Eine ganz alte, gebückte Oma will „was zum rauchen“ verkaufen.
Aber ganz heimlich......
Auf dem Doprfplatz wird ein Fest für die Jugend veranstaltet, mit Attraktionen und Spielen. Das sollte man mal unseren Kiddies anbieten....
Es gibt da : eine Wippe aus einen Baumstamm. Darauf müssen sich die Jungs und Mädchen stehend halten und es ist sehr glitschig. Ein hohe Bambusstange. Oben ist eine Tüte mit Süssem festgemacht. Wer es bis nach oben, ca 3 m, schafft, dem gehört es. Der Bambus ist auch sehr glitschig und alle rutschen wieder runter. Eine Schaukel, das ist eine einfache Bambusstange, auf welcher zwei Kinder nebeneinander stehen und schaukeln. Alles ist sehr einfach, aber alle haben einen Mordsspass ,
man hört sie lachen und fröhlich rufen. Alle versuchen, ihre schönen Trachten nicht schmutzig zu machen. Frauen und Mädchen tragen schönen Silberschmuck und jedermann kaut auf einem grossen Stück Zuckerrohr herum. Der Nebel macht wieder alles weich und schluckt die Farben. Es ist irgendwie unwirklich.
Wir sind schon wieder pitschnass, obwohl es garnicht regnet.
Es ist eiskalt und ich sehne mich nach dem warmen Wetter in Bangkok.
!3.00 Uhr und wir laufen mit Van zum Cat Cat Wasserfall. Der Name leitet sich ab vom französischen Wort Cascade. Cat Cat eben.
Es geht gleich in den Wald, diesmal ganz ohne „Anhang“, denn alle sind im Dorf. Hier wird der Nebel noch dichter. Manno, das ist vielleicht eine Suppe, man sieht rein garnichts von der Gegend. Es taucht ein Turm aus dem Wabber auf, zwischen hohen Bambusgehölzen – und schon isser wieder weg. Wir sehen immer nur ein kurzes Stück vom Weg und Van schweigt.
Schwarzgekleidete Männer mit grossen Lasten auf dem Rücken tauchen aus dem Weiss auf und verschwinden wieder mit leisen Schritten, denn der Nebel stiehlt auch die Geräusche.
Ich fühle mich ein wenig wie ein Darsteller in einem alten Edgar Wallace Film.
Van stampft unverdrossen vor uns her . Es geht immer bergab und es graut uns schon vor dem Rückweg. Der geht dann ja logischerweise immer bergauf..... Es geht durch ein kleines sauberes Dorf, viele viele viele Treppen bergab. Kleine Mädchen in ärmlichen Kleidern trage ihre noch kleineren Geschwister auf dem Rücken und tollen damit treppauftreppab. Kleine Hunde, Schweinchen, Enten laufen überall herum.
Dann sind wir am Cat Cat. Die Sicht ist durch den Nebel sehr begrenzt.
Wir finden heute einfach nix mehr schön. Wir frieren nur noch. Also geht es nun viele viele viele Treppenstufen bergauf...puh, mann, ich fühl mich echt alt. Als nach einer Stunde auch noch ein eiskkalter Nieselregen niedergeht, streiken wir. Glücklicherweise kommen wir an einem Haus vorbei , dort stehen 2 Mopeds vor der Tür. Wir mieten sie kurzentschlossen mit Fahrer und sie bringen uns für 50.000 Dong pro Popo in 5 Minuten zum Hotel. Van kommt nach.
Wir machen uns etwas frisch uns ziehen wieder von einem Lokal ins nächste, was anderes kann man bei dem Wetter nicht machen, ausserdem geht es allen anderen genauso.
Um 17.00 Uhr geht es endlich mit dem Auto die hunderte Kurven bergab zum Bahnhof. Mit wird schlecht. Wieder in dieses Gruselrestaurant, wo wir auch schon bei der Ankunft waren. All die Anderen, die sich in den letzten Tagen durch Sapa geschleppt haben , lungern auch hier herum und warten auf den Zug mit den warmen, kuscheligen Abteilen und Betten, in denen man nicht friert !
Von all den offenen Feuerstellen, dem Nebel und dem Schmutz riechen wir mittlerweile wie zwei Grillwürstchen, die zu lange auf dem Rost gelegen haben.
Um 20.15 Uhr fährt der Zug in Richtung Hanoi ab. Wir haben wieder die unteren Betten und alle schlafen innerhalb kürzester Zeit ein.
Ich bin neidisch, denn trotz der schaukelnden Bewegungen und der Geräusche liege ich noch lange wach.
Um 05.00 Uhr laufen wir im Bahnhof in Hanoi ein. Es ist stockduster und kalt. Sofort wollen uns alle Taxifahrer übers Ohr hauen. Schliesslich ist man in diesem Moment ja voll auf sie angewiesen. Man will gerne den dreifachen Preis kassieren. Ich bekomm einen dicken Hals, wir weigern uns. Sie schimpfen (sagen bestimmt, dass wir reiche geizige Ekel sind ).
Zuletzt bringt uns doch noch einer zu einem halbwegs normalen Preis zum Hotel. Und wir können sofort auf unser Zimmer, das ist wunderbar. Bett. Warme Dusche.Haare waschen. Ausschlafen.
Wir lassen den Tag nach einem guten Frühstück langsam angehen und geben erstmal die Stinkwäsche zum waschen ab.
Kleiner Spaziergeng über die schöne rote Brücke im Hoan Kien See in den Jadeberg Tempel. Die Stadt ist nun propevoll. Alle sind angekommen, die Menschen aus der Provinz, die Auslandsvietnamesen, die ihre Familien zum Tet Fest besuchen, einfach alle....und sie sind fein gekleidet und drücken und quetschen sich durch die Gassen. Man hat fast Angst, dass die kleine Insel im See versinkt, so voll ist sie.
Wir wollen uns was gutes zu Mittag gönnen und gehen in den Press Club. Fast schüchtern laufen wir in unserer Freizeitkleidung durch die koloniale Atmosphäre und suchen uns einen Tisch aus.......kein Problem, denn wir sind die einzigsten Gäste. Das Essen ist gut, der Service prima.
Das Dessert aber essen wir wieder im Tamarind Cafe – Crepe mit Mango in Kokossosse.....hmmmmmmmmm.....
Der Tag endet wie er begonnen hat, mit süssem Nichtstun und Gemächlichkeit. Es ist 22.30 und die saubere Wäsche ist noch immer nicht zurück. Kurze Nachfrage an der Rezeption, und um 23.00 werden die sauber duftenden Klamotten aufs Zimmer gebracht. Morgen früh sind wir ja schon wieder fort, die Halong Bay ruft !!!!!!!