Ich habe mich aufgerafft und fange mit dem Reisebericht an, es wird halt pö a pö gehen....
Here we go :
Es geht mal wieder los. Wir schreiben Anfang Dezember 2010. Mein Gepäck wird mit der AB problemlos von Alicante über PMI und DUS nach Bangkok durchgecheckt - und es kommt sogar an, Wahnsinn!!!
Meine Hoffnung, einmal im Leben 2 Sitzplätze für mich alleine zu haben, zerplatzt wie eine schmierige Seifenblase, der Vogel ist voll wie ein Ei.
Diesmal reise ich ganz alleine, zum ersten Mal, und ich weiss nun noch nicht, dass ich Neues über mich selber erfahren werde

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Mein Zimmer im Riverview Guesthaus ist gross und geräumig, aber so ein Stil, halt alle Rohre und Kabel über Putz verlegt und die Decke roher Beton. Gewöhnungsbedürftig.
In den Fluren sieht man sehr gut, dass die Renovierungsarbeiten noch nicht allzu lange her sind, denn überall steht noch Gerät rum. Auf meinem Flur liegt ein ziemlich grosses und scharfes Hackebeil .........also, des nachts öffne ich niemandem die Tür !! Aber von der Restiterasse oben hat man eine atemberaubende Sicht über den Fluss und die Stadt.
Das GH ist sehr schwierig zu finden. Trotz einer gedruckten Wegbeschreibung auf Thai war mein Taxifahrer vom Airport kurz vor dem Verzweifeln und ich dachte schon, er wolle den Zettel auffressen. Zum Ende hat er mich ziemlich nahe herangebracht, aber die letzten Meter durch eine superenge Gasse musste ich laufen. Zum Glück hat meine Tasche Rollen

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Das Viertel, in dem ich wohne, ist ziemlich skuril. An jeder, aber wirklich jeder Ecke liegen 2-3 m hohe Berge aus Schrott und Motoren aller Art,Radkappen,bergeweise Stossstangen und Reifen. Ich habe mein Lebtag noch nicht so viele Ersatzteile und Zeuge auf so wenig Raum gesehen (vielleicht noch im Mekongdelta, da gab es auch so ein Viertel). Dazwischen sitzen schwarz verschmierte Männer und werkeln herum. Es ist mir ein Rätsel, was mit all dem Metall geschehen soll, denn man sieht, dass die untere Schicht schon rostig ist und lange dort liegt. WER will das alles haben ????? Als Kontrastprogramm hängen zwischen all den schwarzen Haufen lackierte Bambuskäfige mit exotischen Vögeln. Die singen und pfeifen, dass es eine Freude ist. Wenn ich einen anpfeife, pfeift er zurück...lieb.
Nachdem ich eine Runde geschlafen und geduscht hatte, suche ich den Pier und nehme das Ferryboat zum Saphan Taksin Pier.
Auf dem Boot stelle ich fest, dass ich die ganze Zeit mit offener Hose durchs Viertel gelaufen bin

. Na ja, man muss sich ja bekannt machen, gell ???
In der MBK Gegend ist mal wieder alles sehr schön weihnachtlich geschmückt und neben einem grossen Tannenbaum steht ein super Luxus Strech Tuk Tuk....
In der Rambuttri Road gönne ich mir ein leckeres Pad Thai, einen frisch gepressten Obstsaft und einen Banana Pancake, das baut meinen müden Körper wieder auf. Na gut, das eiskalte Singha Bier macht ihn aber auch gleich wieder bettschwer !
Vor einigen Tagen war ja Königs Geburtstag und am Democracy Monument sind kilometerlang alle Bäume und Büsche mit Millionen kleiner Lämpchen geschmückt. Es sieht zauberhaft aus , wie in einem Märchenland. Dazwischen überlebensgrosse Fotos von her Majesty in allen Lebensaltern. Finde ich süss ! Ich habe meine Kamara NICHT dabei und ihr werdet sagen, das ist aber sehr untypisch......Das wird mir auch bestimmt nicht nochmal passieren !! So, da muss ich dann morgen abend nocheinmal hin !
Ich nehme ein Taxi zum Hotel, immer mit einem Detailplan bewaffnet. Aber der Kerl ist ein bissel blöd, verfährt sich und wirft mich buchstäblich in Chinatown aus dem Taxi.Dabei wollte er erst über den Tollway fahren.....man kann´s ja mal versuchen !! Ich steige auf ein Moped um , welches auch den Weg in mein Viertel findet, allerdings mit einem Umweg.
Ich muss morgen erstmal die Strasse finden, wo die Taxis abfahren und dann ist es angeraten, einen anderen Weg aus dem Gassenwirrwar zu suchen.
Morgen muss ich früh zur burmesischen Botschaft um mein Visum zu beantragen. Also heisst es früh aufstehen....
Abends stehen in den Gassen nahe des GH einige Essenstände, aber wenn die recht früh zumachen, dann sind die Gassen menschenleer und es mutet ein wenig seltsam an.
Am nächsten Morgen freue ich mich auf das Frühstücksbuffet auf der Terasse des GH ganz oben.Aber Buffet war noch nicht, ich war auch der einzige Gast. Kaffee war heiss, aber Eier und Toast kalt.....aber die Sicht war sowas von toll....und die ganze Terasse für mich alleine.
Ich finde die Strasse beim Pier, wo man ein Taxi erhaschen kann und möchte zur burmese Embassy chauffiert werden. Der gute Mann bringt mich zack zack zur vietnamese Embassy. Hört sich ja ähnlich an. Same same but diferent !Also noch ein Stückel weiter bis zur richtigen. Wenn das so weitergeht, mache ich noch meine BKK Taxilizenz im Urlaub

Auf den ersten Blick sieht alles gut aus, geöffnet von 09.00 - 12.00, es ist erst 20 vor. Auf den zweiten Blick weniger gut, denn es ist Nationalfeiertag und die Botschaft ist geschlossen. Heute ist Freitag, also muss ich am Montag wieder herkommen und hoffen, dass ich das Visum am Dienstag im Pass habe, denn am Mittwoch fliege ich nach Sukhothai.
Na jut, dann geh ich erstmal nen Kaffee trinken. Mit dem Skytrain wieder zum Fluss und mit dem nächsten Boot bis zur Memorial Bridge, rüberschlendern und rein ins Wat Prayun Wongsawat. Ich mag diesen Schildkrötentempel sehr, bin jedesmal wie verzaubert. Also gleich einen Teller Bananenscheiben kaufen und die 30 Jahre alten Kröten füttern, die sind immer hungrig. Im Tempel sind nur noch 3 Thaifamilien mit ihren Kindern, es ist himmlisch entspannend. Ich verliere mich in den vielen Details, den Felsennischen mit kleinen Schreinen, Tempelchen und Figürchen.
Ungern verlasse ich den Feentempel und mache mich auf den Weg zum Wat Arun. Das ist zwar noch ein ganzes Stück, aber das macht nix. Ich wollte auch unbedingt wieder durch die kleinen engen Gassen wie beim letzten Mal laufen........hab ich auch gemacht, allerdings durch gänzlich andere als geplant.
Aber irgendwo kommt man ja immer aus. Ich besuche ein Wat, wo ein Fussabdruck Buddhas zu bestaunen ist und lasse eine grosse Glocke klingen. Vor dem Eingang werden kleine Leckereien verkauft. Eine alte Oma guckt so freundlich und ich beschliesse, ihr was abzukaufen, egal, was sie anbietet. Es gab getoastetes Brot mit Kräutern, kleingeschnitten und in die unvermeidliche Plastetüte, frische Gurkenscheiben und Zwiebeln und süsse Sosse dazu - lecker, was soll ich sagen !
Ein bissel am Fluss lang, wo vor den Häusern Chillischoten in der Sonne getrocknet werden und auch in Streifen geschnittenes Hühnerfleisch in der Sonne hängt. Wozu ist das gut??? Gleich daneben hängt auch fein säuberlich geordnet die Wäsche zum trocknen. Und wieder zieht es mich in den alten chinesischen Tempel, welcher immer total verräuchert ist und der einen Klimpervorhang im Eingang hängen hat. Drinnen darf nicht fotografiert werden, aber im Hof - ist ja nicht IM Tempel - mache ich doch einige Fotos. Es gibt viele Steinfiguren von Tieren, unter anderem steht dort in ewigen Krämpfen verharrend ein Hund, dem sein Würstchen halb aus dem Auspuff hängt......das wird schnellstens abgelichtet. Wer kommt wohl auf die Idee, einen kakenden Hund in einem Tempelgarten zu verewigen ???
Weiter, ich will ja zum Wat Arun. Immer schön am Fluss lang und den das hohe Wat nicht aus den Augen verlieren. Es ist so entspannend und friedlich, dass ich mich wiedermel im Gassengewirr verliere und Bekanntschaft mit einem Soldaten und einem Schmetterling mache. Über den Türen der einfachen Häuser in den teils sehr engen Gassen sind rot-goldene glückbringende Zeichen befestigt und Buddhabilder. Und wo bitte ist nun Wat Arun...??? Schon vorbei. Zum Ende finde ich den Weg und besuche erst den etwas weniger atraktiven Tempel daneben. Es ist hier sehr ruhig, denn alle gehen in den berühmten Tempel . Ich schlendere herum und stehe plötzlich vor einem langen Tisch voller Schüsseln und Platten mit leckeren Gerichten.Einige Familien lassen es sich schmecken. Ich stehe etwas abseits und betrachte die Szene, noch niemals habe ich ein Picknick in einem Tempel gesehen......Ich muss wohl hungrig aus der Wäsche geschaut haben, denn man winkt mir zu und ich werde eingeladen, mitzuessen. Sowas lasse ich mir natürlich nicht zwei mal sagen. Der Familienvater erklärt mir jedes Gericht, ob scharf oder nicht, viel versteh ich sowieso nicht

. Ich lasse es mir schmecken und werde noch mit Eiswasser verwöhnt, ein Genuss bei der Hitze. Alle sind sehr freundlich und im Rahmen des Möglichen wird ein wenig Konversation gemacht. Als gut erzogener Mitteleuropäer frage ich dann, was ich zu zahlen habe. Fragende Blicke von der Thaifraktion.......na, was es kostet. Ahhh, sagt Vater, so um die 3.000 THB. Schluck....da macht er eine ausladende Bewegung....ah, er meint, alles zusammen. Nein, was ich zu zahlen hätte. Natürlich garnichts. Please wait, don´t go, Vater saust los und holt mir eine besonders schöne Mandarine, die er noch poliert und schenkt sie mir. Ich helfe dann halt, das schmutzige Geschirr wegzuräumen, das ist ja wohl das mindeste. Den Gesichtern nach zu urteilen, hat das wohl noch kein Farang versucht, egal. Ich mag nicht einfach nur nehmen. Kop Kun Kha, ich geh dann mal. Einige Schritte weiter sitzt eine andere Familie. Sie rufen mich und wollen mich auch zum essen einladen. Was ist denn Heute nur los?? Ich muss lachen und sage danke, streiche über meinen Bauch und sage, der ist schon voll. Ich soll mich aber trotzdem hinetzen und mache ein Foto, das wir dann zusammen anschauen. Es wird gekichert und über mein woher-wohin geplaudert. Die Mutter textet mich gleich auf thai voll

, aber sooo weit reicht mein thai nun auch nicht und die Tochter erklärt, Mama meine, ich sehe aus wie ihr Mann.....waaaas???? Gespielte Empörung und lautes Gelächter. Neue sprudelnde thaiwortüberfälle......ich weiss am Ende nicht, wie sie das wohl gemeint hat. Ich verabschiede mich und wieder sagt der Vater, der so aussieht wie ich

, please wait, don´t go und flitzt fort. Zurück kommt er mit einer klitzekleinen Buddhafigur. Zum Andenken, damit ich mich an sie erinnere. Ich bin gerührt und ziehe meines Weges. Sooooo liebe Menschen.
Am Wat Arun kraxel ich die steile Treppe hinauf und geniesse diese wunderbare Sicht über die Stadt und den Palast auf der anderen Seite.
Wieder runter und zum Pier, mit dem Boot auf die andere Seite zum Markt. Ich bin am Verdursten, es ist so heiss. Ein leckerer lila Dragonfuitsaft - keeps your body and mind healthy, stimmt. Aber das reicht nicht und ich muss noch eine coconut und einen Mandarinensaft nachschieben. Hoffentlich muss ich nicht gleich Pipi......
Nächstes Boot zum Pier Nr 13, Phra Artit bitte, ich will zum Pai Spa, mich massieren lassen. Vom Pier aus laufe ich natürlich in die falsche Richtung, sowas passiert mir ja dauernd. Aber da der Weg ja das Ziel ist - macht nix. Dann, Hosianna, endlich angekommen, gebe ich mir die volle Dröhnung. Zwei Stunden Thaimassage, Mann hat das gutgetan !! Dann, auf dem Rückweg zum Pier, ich laufe schon wieder falsch, liegt wohl daran dass das Gehirn nach einer langen Massage extrem relaxt ist, kaufe ich mir eine köstlich gewürzte panierte Hühnerbrust und knabber die auch sofort an, für 25 THB. Unschlagbar günstig.
Schräg gegenüber meine GH gibt es eine Beaglezucht, ca 30 wunderschöne Hundis erinnern mich an meinen eigenen. Ich bleibe dort immer ein paar Minuten stehen und eines abends frage ich die Frau, ob die zum essen sind......nein, sie sind ein Hundegrosshandel. Da bin ich aber erleichtert. Ich musste zwischendurch an Vietnam denken, wo Dalmatiner in engen Käfigen ausharrten um in der Pfanne zu enden.
Ich checke meine mails und muss bei der Frage, ob ich auch genug zu essen bekomme, laut grinsen
Duschen und umziehen , denn ich möchte ja noch die schöne Beleuchtung am Democracy Monument fotografieren. Das Taxi lässt mich ziemlich weit weg davon aussteigen und der Fahrer hat kein Wechselgeld. Da er wohl Angst hat, dass ich sein Taxi klaue, muss ich selber über die Strasse sprinten und in der chinesischen Apotheke Wechselgeld holen. Was ist das dies Jahr nur für eine seltsame Sache mit mir und den Taxifahrern ???
Also schlendere ich mal los und lande prompt in einer chinesischen Suppenküche, wo keine Langnase zu sehen ist. Es riecht gut und der Chef füllt die Suppenschüsseln mit grossen Gesten als wäre es eine Theateraufführung. Hier bleibe ich. Ich bestelle Nudelsuppe. Die Kellner starren mich an, als hätte ich wieder die Hose offen. Na, Nudelsuppe please. Nix verstehn. Also steh ich auf, geh zu den Schüsseln, zeige auf die Suppe und die Nudeln, lächel.........und bekomme eine grosse Schüssel leckerer brauner Suppe mit Glasnudeln, Bohnen, Kräutern und Fischklösschen....und Blutkuchen...buah, den mag ich ja wirklich nicht. Die Kellner schaun alle, ob ich das wieder ausspucke, aber es war sehr lecker und hat nur 10 THB gekostet. Zum Nachtisch gabs Cocospoffertjes auf der Strasse, schön heiss und leicht knusprig.
Weiter zum Democracy Monument - aber, was ist denn nun los, wo sind denn all die schönen Lichter ??????? Ich stosse mitten in eine Rothemden Demo. Rundherum gibt es sehr viele Polizisten mit verkniffen ernsten Gesichtern. Vielleicht glauben die, ich wäre mit meiner grossen Kamara um den Hals eine Reporterin. Ich kann ja nicht sagen - hey, ich bin nur die Romy und will nichts böses. Aber ich geh mal zu den Polizisten, von denen mich einige schon seltsam anschauen.
-Were are all the lights in the trees ???
-und schon schaun sie alle weg, denn keiner mag zeigen, dass er kein Englisch kann. Nur einer sagt
-laaaaiiiiiiiiss??
-yes, the beautiful lights in the trees, und ich mache flinker flinker Bewegungen mit allen zehn Fingern und ein glückliches Gesicht
-werayufrom??
-jöramani
-wotyuwont ??
-make a photo, lights, you know....????
-Erleuchtung - aaaaahhhhhh, King hes börsdeeeeiiiiii, manyyyy laaaiiiisssss, haulong yu taileeeend ???
-one day
-tomolo yu can see laaaiiii
-kop khun kha und bloss weg
Es liegt sehr viel Demodreck herum. Aber die Demo bleibt friedlich und verwandelt sich gerade in eine Party, die Mädels tanzen zu Popmusik auf den Pick Ups und wie aus dem Nichts tauchen plötzlich mobile Restis auf, Eisverkäufer mit ihren Karren, die Melodien dudeln, Zuckerwatte, Luftballons - eben alles, was man nach einer anstrengenden Demo so braucht.
Überall auf den Bürgersteigen brennen Mengen von roten Kerzen und die Menschen sitzen in Gruppen darum und diskutieren. Einige Mönche sind auch dabei.
Ein Mann kommt mit seiner schwarzen Ente und einem kleinen Hund. Die Ente ist mit Blinklichtern geschmückt, der Hund auch und hat ausserdem bunte Rastalocken auf dem Kopf. Die Ernsthaftigkeit der Demo scheint vergessen und alle geniessen den Augenblick.
Es gibt wieder Probleme, zum Hotel zu kommen, das ist grässlich und die dunklen Gassen sind mir nicht ganz geheuer. Es überfällt mich eine kleine Depri, das ist hier einfach zu schrottig und ich sehe keinen anderen Gast im Haus, fühle mich irgendwie verlassen, schlafe erst um 04.00 ein und beschliesse, mir morgen ein anderes Hotel zu suchen.
Nach dem einsamen Frühstück ( Mensch, die Hose ist schon wieder auf, wie soll das bloss weitergehen....Hört jetzt SOFORT auf zu lachen...) , mache ich mich auf den Weg zum nächsten PC und reserviere mir was ganz Gutes, nämlich das Navalai River Resort für die nächsten vier Nächte bis ich mich auf den Weg gen Norden mache.
Das ist sooooooo schön, und auch genauso teuer

Aber das brauch ich jetzt. Meine Laune ist auch wieder Top und ich habe Spass an allem. Eigentlich müsste man den ganzen Tag auf dem Zimmer bleiben, um für das Geld auch was davon zu haben..
So, das war´s mal für den Anfang. morgen mach ich weiter.
Romy
Thaifood is like haveing a Party in my mouth.