Das war unsere Reiseroute – unser Gefährt ein Suzuki Caribean oder auch Apfelkiste, von uns liebevoll Alfons getauft – unser Zeitfenster 10 Tage – da werden die ersten schon mit dem Kopf schütteln, ich weiß…..
Per LTU nach Bangkok und von dort mit der Thai gleich weiter, dazwischen noch schnell im 7eleven im Durchgang zum Domestic Terminal das Notwendigste geholt und gleich gegenüber die Telefonkarte von 12call erstanden – prima!
Als wir in Phuket ankamen, war leider nichts von einem Minibus des Resorts zu sehen, den wir mit dem Zimmer gebucht hatten, nach mehrmaligen Telefonaten (zum Glück schon auf das billige 12call!) wurden wir dann doch abgeholt – gleich das Zimmer im Phuket Naithon Resort bezogen, naja, wahrscheinlich für Phuket Verhältnisse o.k., ich fand das Preis-Leistungsverhältnis nicht gerade berauschend. Dafür war das Restaurant zwar seeeehr gemütlich, aber das Essen war o.k. – was will man mehr.
Wir hatten da sowieso nur eine Nacht gebucht, da ich nicht gleich nach 23 Stunden Anreise in Berührung mit dem Thailändischen Fahrstil kommen wollte – das geht ausgeschlafen eindeutig besser! Budget Cars hätte uns auch im Resort abgeholt, ich wollte aber den Papierkram im Büro erledigen, da bekommt man dann doch noch die eine oder andere Kopie mehr für die Unterlagen und so….
Der klapperige Suzuki hatte ein Hardtop (das ist nicht immer so), somit konnten wir problemlos unsere Rucksäcke hinten reinwerfen und los gings Richtung Khao Sok National Park, da waren wir schon angemeldet. Leider hat es auf den ersten Kilometern erst mal geregnet und der mindestens 30 tkm alte Scheibenwischer tat nichts dazu, um meine Laune aufzuhellen….. Somit fielen auch die ersten Sehenswürdigkeiten ins Wasser, erster Halt Takua Pa, aber nur um noch die letzten Mitbringsel zu besorgen und dann zu unseren Bekannten. Wir wurden herzlichst empfangen und es war wie heimkommen. Abends gab es dann auch gleich eine Party – zum Glück hatten wir noch Saeng Sorm gekauft – und da gingen auch schon die Pläne für den nächsten Tag los. Tawee – inzwischen TAT zertifizierter Tour Guide und langjähriger Park Ranger schlug den Kaeng Krung National Park vor und irgendwie gab es keine Wiederrede, hatte ich auch noch nie gehört und in keinem meiner Reiseführer stand was drüber – musste also gut sein – früh morgens aber erst noch zum "Gemeindehaus", da bekamen die Mönche des nahe liegenden Klosters Ihre Gaben, wir unseren Segen und es wurde eine Art Gottesdienst abgehalten, der mich stark an unseren Erntedank erinnerte und ich dachte, da kann ja dann nix mehr schief gehen – weit gefehlt…..
Da noch der kleine Bruder und ein Cousin mitwollten, musste unser kleiner treuer Alfons zurückbleiben und man beschloss, den betagten Toyota Pickup zu quälen, der aber dummerweise keinen Allradantrieb hat… also gut. Solch ein Ausflug dient ja vor allem auch dazu, die ganze Verwandtschaft auf dem Weg zu besuchen, und die ist zahlreich. Dafür wurden wir reichlich an jeder Station verpflegt und es gab viel interessantes zu sehen, das man selbst sicherlich nicht entdeckt hätte.
Die Anfahrt zum National Park dehnte sich dadurch aber ganz schön aus, es war bereits Nachmittag, als wir das Headquarter passierten und unser Ziel lag einige Kilometer im Innern, wo sich noch ein Dorf befindet, in dem wir übernachten wollten. Die Straße entpuppte sich immer mehr als Dreck- und Schlammpiste und irgendwann standen wir dann auch knietief im Morast – an ein Weiterkommen war erst mal nicht zu denken. Aber just in dem Moment kam tatsächlich ein 4x4 vorbei, der uns durch das tiefe Schlammloch zog. Es ging steil bergauf und steil bergab und unser Guide beteuerte mehr und mehr, dass wir bald da wären – was auch stimmte, nur war uns auch klar, dass wir ohne Hilfe diese Straße nie wieder rauskommen.
Ein Bad im kristallklaren Wasser des Flusses entschädigte für alle Strapazen, als dann der Magen auch noch gefüllt und das erste mitgebrachte Singha eisgekühlt die Kehle erfrischte, gings uns auch bedeutend besser. Die Jungs wurden auch immer zahlreicher, nachdem sich rumgesprochen hatte, dass Falangs mit Singha im Dorf weilen und wir hatten einen lustigen Abend mit Gitarre und Unplugged – Karaoke!
Leider fing es nachts dann doch noch an zu schütten – als Regen kaum noch zu bezeichnen und meine Befürchtungen, dass hier ein Allrad eigentlich unumgänglich ist, bestätigten sich – fast – denn fünf Thais können diesen durchaus ersetzen. Nachdem morgens rauskam, dass die zwei Allradfahrzeuge des Dorfes längst über alle Berge in die Stadt unterwegs waren (weil ja wieder keiner soweit planen konnte und Bescheid gesagt hätte) blieb uns nichts anderes übrig, als es eben einfach so zu versuchen – also alle verfügbaren Männer auftreiben und schieben – es war nicht lustig und am Ende eine Materialschlacht. Die Ölwanne angeritzt, der Auspuff komplett ab, Krümmer gerissen, Achsschenkel verbogen – es ist mir ein Rätsel, wie man auf so wenigen Kilometern so viel kaputt machen kann.
Die Laune unseres Tourguides konnte das nicht verderben, er beteuerte zwar, dass er diese Tour in Zukunft nur mit Allrad und ausgesuchten Touris wiederholen wolle, aber er war begeistert – wir im übrigen im Nachhinein auch. Auf dem Rückweg haben wir noch eine Höhle besucht, in der bestimmt seit Jahren kein Mensch mehr war, wir mussten erst mal mit der Machete einen Weg schlagen, um zum Eingang zu kommen, aber es hat sich gelohnt – tausende von Fledermäusen, Stalagmiten und Stalaktiten, ein paar alte aus Stein gehauene Buddhafiguren – echt klasse.
Nach einer kalten Dusche in unserer Unterkunft im Khao Sok ging es uns auch gleich wieder besser, die Schwiegermutter knetete uns noch mal ordentlich durch – die beste Thaimassage, die ich je hatte – und dann mussten wir auch schon wieder Abschied nehmen.
Unsere Route führte uns nach Ranong, wo wir eigentlich eine Nacht lang bleiben wollten, wir haben uns dann die heißen Quellen angesehen aber uns war nicht danach, also weiter nach Chumphon. Dort hatten wir uns das Cabana Beach Resort ausgesucht, das auch wirklich empfehlenswert ist – für 650 Baht ein Klasse Fan-Bungi, das Meer wunderschön zum Baden – also gleich mal zwei Nächte gebucht und mal etwas Ruhe genossen – das muss ja auch mal sein.
Nach einem geruhsamen Tag am Strand gings also weiter Richtung Norden die wunderschöne Küstenstraße entlang. Wirklich beeindruckend, einsame Buchten, atemberaubende Ausblicke von Hügeln, ursprüngliche Fischerdörfer und von Touristen kaum eine Spur. Unser nächstes Ziel war Phatchuap Khiri Khan, und da wir immer Lust auf eine Unterkunft direkt am Meer haben, buchten wir südlich der Stadt in einem kleinen Nest ein, dessen Namen ich leider vergessen habe. Dazu muss man über einen Militärflughafen fahren und sich ein- und ausschreiben – das war auch mal ein neues Erlebnis. Unsere Unterkunft war in einem phantastisch angelegter Garten, wunderschöne topmoderne Zimmer zu echt moderaten Preisen (ich bin mir nicht mehr sicher aber es waren – glaube ich – 800 Baht), leider ohne Restaurant. Also erst mal den Public Beach besucht, der wirklich einen Abstecher wert ist, für einen Sonntag war kaum was los und die Bucht ist klasse.
Abends haben wir uns dann auf dem örtlichen Foodmarket eingedeckt, was aber in Konsequenz hieß, bei Dunkelheit zum Resort zurückzufahren, welches etwas außerhalb lag. Ab da stand für mich fest, nie wieder nachts in Thailand Auto zu fahren. Es ist einfach absolut unberechenbar, weil man nie weiß, was sich hinter der einen mageren Birne verbirgt, die einem da entgegenkommt: Ein einfacher Roller, ein Moped mit Beiwagen oder ein Laster, bei dem eben die andere Lampe ausgefallen ist? Es macht nicht wirklich Spaß. Zwischenzeitlich hatten sich im Nachbarzimmer zwei wohl erfolgreiche thailändische Geschäftsleute mit ihren "Freundinnen" eingemietet und uns auch gleich eingeladen – wir verbrachten einen sehr netten Abend, wobei die Verständigung mangels Englischkenntnissen unser Gastgeber eher einem Pantomimenspiel glich.
Am nächsten Tag war eigentlich noch mal ein Badetag in Hua Hin geplant, nachdem wir aber mit unseren treuen Alfons in die Uferstraße geraten sind, die ja gerade mal so breit wie das Auto war und dafür aber keine Einbahnstraße, wollte ich auch erstmal raus – wir sind dann auf einem Aussichtspunkt gelandet und was ich da von der Stadt Hua Hin sah, hat mich nicht begeistert. Also wieder den Reiseführer befragt und siehe da, ein Nationalpark in greifbarer Nähe! Und sogar mit See! Nichts wie hin…nach Kaeng Krachan.
Im Headquarter konnte uns bei der Suche nach einem Bungalow keiner so recht helfen und wir merkten schnell, dass dies keine Falang-Touristen-Gegend ist. Kaum einer sprach English und es war doch eher mühselig, eine Übernachtungsmöglichkeit klarzumachen. Ein eher dürftig eingerichteter Bungalow, eigentlich total überteuert, aber ohne wirkliche Alternative. Direkt daneben ein Restaurant – tolle Sache, nachdem wir eh sehr ausgehungert waren. Allerdings hatte auch keiner richtig Lust darauf, uns Falangs zu bedienen, der Preis für eine Bootsfahrt wurde beim Handeln teurer statt billiger und das war nicht dazu geeignet, unseren Aufenthalt angenehm zu gestalten. Wir fühlten uns maximal geduldet und das erste Mal richtig unwohl und unsicher. Das Restaurant hat auch gleich geschlossen und wir wollten eigentlich nur noch ne Dose Bier im örtlichen "Supermarkt" besorgen, bei dem aber auch sofort der Rolladen runterging. Komische Sache… obwohl wir schon darauf bedacht sind, uns ordentlich zu benehmen, mit allem was dazu gehört. Nachdem ich dann nachts noch auf Kakerlaken-Jagd gehen musste und uns bis heute die Funktion des Badezimmers mit zwei bis zum Rand mit Wasser gefüllten Becken in einem winzigen Raum verschlossen blieb und heilfroh über das Moskitonetz waren, haben wir beschlossen, die am nächsten Tag geplante 4WD Tour zu streichen – ich wollte die fehlende Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der Thais in dieser Gegend lieber nicht zu arg strapazieren….
Also haben wir wieder unseren Reiseplan geändert und nach einem Blick auf die Karte beschlossen, nach Kanchanaburi zu fahren. Wir haben uns im Sugar Cane I ein schönes Zimmer im Raft House gemietet, der Service war klasse, das Essen auch, die Zimmer prima. Nach einer geselligen Nacht in der Reggae Bar und einem ausgiebigen Frühstück ging es los Richtung Erawan Waterfall – der ja nun wirklich atemberaubend ist. Jede weitere Stufe nach oben klettern belohnt einen mit mehr Einsamkeit, noch schöneren Becken mit noch tiefblauerem Wasser…. Echt toll. Dazu noch einen Riesenleguan gesehen, direkt am Weg, was will man mehr. Das ist nun wirklich mal ein Wasserfall, der sich echt lohnt!
Da die Umgebung ja ne Menge zu bieten hat, sind wir weiter nach Hellfire Pass, wenn man da so durchläuft und sich die Umstände vor Augen hält, was da auf der einen Seite geleistet wurde und auf der anderen Seite Leid geschehen ist, wird einem schon komisch – mir zumindest. Es ist halt immer was anderes, am Ort des Geschehens zu stehen oder etwas nur zu lesen.
Wir haben uns dann allerdings mit der Heimfahrt etwas verschätzt und kamen erst spät wieder "heim" – was mich allerdings nicht daran gehindert hat, dem Friseurladen gleich neben der Reggea-Bar einen Besuch abzustatten Das mache ich immer wieder gerne, erstens ist es billig und zweitens ein schönes Erlebnis. Danach gleich rüber in die Reggea-Bar noch ein kleiner Schlaftrunk und die weitere Route planen. Mal die Karte befragt und die Tatsache, dass wir das Auto am Don Muang abgeben müssen, im Hinterkopf behaltend, entschlossen wir uns, nach Ayuthaya zu fahren, da man dann aus nördlicher Richtung kommend eigentlich automatisch am Flughafen aufschlägt – wie praktisch. In Ayuthaya angekommen war die Zimmersuche etwas mühselig, letztendlich haben wir uns aber wieder daran erinnert, dass 2000 Baht für ein Hotelzimmer immer noch billiger sind als in Europa und den "Luxus" genossen. Abends noch eine Runde auf den nahen Markt und die zahlreichen Essensstände durchprobiert, am Flussufer sitzend – es war eine wunderschöne Stimmung. Da wir ja am Morgen die ersten in den Tempelanlagen sein wollten, deren Öffnungszeiten gecheckt und bald ins Bett…. Das hat sich auch wirklich gelohnt. Einige Anlagen öffnen bereits um halb acht und wir waren quasi alleine auf dem Gelände. Es ist natürlich nicht jedermanns Sache, vier Tempel in vier Stunden zu besichtigen, mir macht das mal nichts aus. Ich hatte Zeit genug, die Stimmung einzufangen und die ist morgens einfach am besten, ein paar schöne Fotografien und dann wurde es sowieso so voll, dass ich keine Lust mehr hatte. Es hieß also Richtung Bangkok, bei Budget vorbei, es ging alles völlig problemlos und da wir eh so eine klapprige Kiste hatten, hat sich keiner große Mühe gemacht, nach weiteren Dellen zu suchen, die er ja auch nicht gefunden hätte.
Per Taxi also erstmal ins Hotel, der Tag hatte ja bald angefangen und wir waren einigermaßen kaputt. In Bangkok selbst das Übliche eben: Einkaufen, Abends Biergarten Lumpini-Park, Weekendmarket und zurück…… Wir hatten auch nur zwei Tage, bevor es wieder per LTU nach Hause ging.
Als wir diese Tour geplant hatten, fand ich uns ja schon etwas wagemutig, im Nachhinein muss ich sagen, ich würde es immer wieder so oder so ähnlich machen. Ein Mietwagen hat klare Vorteile, man ist völlig unabhängig, kann auf dem Weg nach Lust und Laune Sehenswürdigkeiten, ursprüngliche Restaurants, Ausblicke und Märkte "mitnehmen", es ist zwar nicht so billig wie öffentliche Verkehrsmittel aber auf jeden Fall lohnenswert.
[Reisebericht] Mietwagentour
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Janina
Re: [Reisebericht] Mietwagentour
Toller Reisebericht, musste viel schmunzeln
Hört sich aber auch ein wenig stressig an, ich glaube für mich wäre das nichts. Ich brauche da schon mal ein paar Tage am Stück an denen ich richtig relaxen kann! Aber jedem wie er's mag!!!
Trotzdem danke für die nette Unterhaltung!!!
Gruß Janina
Hört sich aber auch ein wenig stressig an, ich glaube für mich wäre das nichts. Ich brauche da schon mal ein paar Tage am Stück an denen ich richtig relaxen kann! Aber jedem wie er's mag!!!
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