Der nächste Morgen begann nach der gestrigen Feier doch nicht ganz so früh, das Frühstück im Hotel erreichten wir aber dennoch rechtzeitig. Wir konnten das sehr gute, aber in meinen Augen nicht überragende, Frühstück mit herrlichem Blick über die Bucht von Nai Harn genießen. Die Sonne schien und es versprach ein wundervoller Tag zu werden.
Das heutige Tagesziel war Krabi und hier im speziellen Ao Nang was doch ein Stück zu fahren gewesen ist weswegen wir alsbald aufbrachen. So einfach ließ man uns aber nicht davonkommen. Beim Auschecken ließ man uns ziemlich lange warten um die Minibar zu prüfen. Also bei aller Liebe, da wäre mir fast der Kragen geplatzt, wo sind wir denn hier, nach fünf Sternen fühlte es sich auf jeden Fall nicht an. Egal, wir waren im Urlaub, und wiederkommen werden wir dann wohl eher nicht. Na jedenfalls konnten wir es uns nicht verkneifen eine kurze Stippvisite an der Ao Sane zu machen. Wundervoll! Es kamen gleich wehmütige Gefühle auf, das Meer, die Felsen, die Ursprünglichkeit und das alles unter strahlendem Sonnenschein. Wir hätten noch bleiben können... Der Weg führte uns aber zuerst wieder Richtung Norden um von Phuket runter zu kommen. Dabei besuchten wir erneut den Big Buddha, und konnten feststellen, dass sich seit unserem letzten Besuch nicht viel Wesentliches getan hat.
Klar, hier und da sind Fortschritte zu erkennen, momentan bearbeitet man den Berg an der Rückseite um Areal für die Anlage zu schaffen, so richtig groß waren die Unterschiede aber nicht. Nichts desto trotz ist und bleibt der Buddha beeindruckend, vor allem in der Sonne strahlt der weiße Stein derart, dass man ihn kaum betrachten kann. Die schiere Größe und der grandiose Blick über das Meer sind einfach gigantisch. Wir werden sicher noch mal wiederkommen um den Fortschritt weiter zu beobachten, spätestens aber wenn er fertig ist.
Schließlich verließen wir Phuket für dieses Mal endgültig und wir entdeckten im Reiseführer (oder war es ein Hinweisschild am Straßenrand) einen Wasserfall, der auf dem Weg lag.
Todesmutig besuchten wir selbigen und stellten fest, dass solche Wasserfälle bei den Einheimischen auch sehr beliebt zu sein scheinen. Der Wasserfall war nicht sehr groß, aber die Thais vergnügten sich und genossen das schöne Wetter. Neben dem Wasserfall entdeckten wir eine Art Lehrpfad, der am Fluss entlang durch den Dschungel führte. Kurzerhand entschlossen wir uns ein paar Meter zu laufen um uns selbst ein Bild zu machen. Dschungelerfahren wie wir ja nun sind überwanden wir Nebenbäche, umgestürzte Bäume, komische Insekten und lebensfeindliche Vegetation.
Außer ein paar Hinweisschildern an den entsprechenden Stellen nach dem Schema: „Hier seht ihr einen Baum.“ fanden wir nicht viel Interessantes und nach einiger Zeit wurde der Pfad nahezu unpassierbar, zumindest mit unserem „Schuhwerk“. Wir kehrten also um, bevor wir das Ende erreichten. Auf dem Rückweg kamen uns dann wieder die zwei Mönche vom Hinweg entgegen, nur hatte sie dieses Mal eine Spiegelreflexkamera dabei, mit der sie uns unbedingt ablichten wollten. Natürlich durften sie Bilder von uns machen, welchen Zweck diese Bilder dienen werden wir aber wahrscheinlich nie erfahren. Am Ende ließen wir noch etwas die Füße im Flusswasser abkühlen und fuhren schließlich weiter.
Schon auf dem Weg zum Wasserfall hatten wir einen Tempel gesehen, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Wann hat man schon mal die Gelegenheit dazu. Der Tempel besteht aus einigen schönen Gebäuden und einem Höhlenkomplex in dem viele Buddhas untergebracht sind.
Nicht das Spektakulärste aber dennoch sehr schön anzuschauen. Sogar ein paar Könige haben hier ihre Spuren hinterlassen, indem sie sich mit steinernen Reliefs an der Höhlenwand verewigten. Ganz nebenbei gab es wieder eine Menge Affen aller Größen zu bewundern, welche glücklicherweise aber sehr friedlich waren.
Von dem Tempel aus machten wir uns mehr oder weniger direkt auf nach Ao Nang und man konnte die Veränderung der Landschaft beobachten, die sanften bewaldeten Hügel wichen mehr und mehr den schroffen hoch aufragende Felsen für die die Region Krabi so berühmt ist. Interessant daran ist, dass jeder nicht ganz senkrechte Teil der Felsen von Vegetation bedeckt ist und manche Felsen dadurch noch imposanter wirken, zum Teil als hätten sie Haare. Zum dem Zeitpunkt, zu dem wir in Ao Nang ankamen hatten wir noch keinen Plan wo wir denn nächtigen sollten. Das einzige was nach der Ankunft sofort klar war, das wir dem Ruf des goldenen Ms folgen werden um einen deftigen Burger zu essen. Bei der Gelegenheit durchwühlten wir den Reiseführer um eine Unterkunft zu finden. Das war nicht ganz so einfach, da alles Angebotene entweder zu teuer oder einfach unpassend war. Schließlich fanden wir dann aber doch einen Kandidaten und bewiesen wiedermal das richtige Gespür. Das gewählte Resort war echt gut. Schöne saubere Bungalows, in unserem Fall mit Klimaanlage und sehr geräumig in einer Gartenanlage. Preislich war es auch noch im Rahmen und so richteten wir uns kurz ein und ich genoss den Pool in vollen Zügen.
Herrlich in dem kühlen Nass zu planschen, und dass alles komplett allein, da wir mal wieder die einzigen Gäste zu sein schienen.
Wir wollten nun aber nicht den ganzen Abend in der Anlage verbringen und mieteten uns kurzerhand ein Moppet mit dem wir in die Stadt fuhren. Wir hatten zwar noch das Auto, aber es gibt kaum Parkplätze und so ein Moppet bekommt man überall unter. Wir beschlossen nach einmal hoch und runter laufen, in die Full Moon Bar zu gehen wo es mir eigentlich ganz gut gefiel.
Leider fühlte sich Norma nicht sonderlich gut und sie fror sogar. Ich meine da sitzt man in einem tropischen Land in einer netten Bar und Norma friert... Dementsprechend ging es schon bald zurück ins Hotel. Ich hatte aber noch einen Trumpf in der Hinterhand, da eine weitere „Bar“ direkt neben unserem Hotel lag. Während Norma sich ins Bett verzog setzte ich mich in selbige Bar, die aus nichts, außer ein paar Brettern zu bestehen schien. Es waren nur noch drei weitere Gäste da, ein Ami, der mich an Richard aus dem Film „The Beach“ erinnerte und zwei nett anzuschauende Mädels. Das wirklich gute an der Bar war aber die Musik. Es gab Livemusik und zwar was für welche, Rock vom feinsten. Die Band, allen voran der Gitarrist war einfach geil. Alle Klassiker wurden ausgepackt und der Gitarrenman flippte teilweise völlig aus, Gitarre hinter dem Kopf, Headbanging und coole Solos.
Ganz nebenbei wurde Bier getrunken und jede Menge Gras vernichtet. Was hier gekifft wurde war echt unglaublich, wodurch alle natürlich immer lockerer wurden. Ich kam mir vor wie auf nem Happening in den 70ern (zumindest stelle ich mir das so ähnlich vor). Als es Zeit war die Instrumente weg zu packen hieß das nicht, dass der Abend einem Ende entgegen ging. Die Gäste wurden nun in die privaten Gemächer des Besitzers (und Frontmans) gebeten. Dazu mussten wir einfach eine Etage höher in der Konstruktion klettern. Hier wurde dann gesessen, getrunken, etwas musiziert und natürlich wieder gekifft auf Teufel komm raus. Irgendwann hatte ich dann genug und verabschiedete mich, wobei der zu zahlende Betrag eher geschätzt als gerechnet wurde. So ging einer der tollsten Abende des Urlaubs zu Ende. Noch heute erinnere ich mich gern daran zurück.
