nun auch von mir ein kleiner Reisebericht:
Am 26.10.06 ging es los mit der Thai von MUC nach BKK.
Bangkok:
Angekommen am neuen Flughafen Suvarnahbumi befolgten wir aufgeregt „Mutti’s Ratschlag“, gingen also mit keinem Fremden mit und schlugen uns durch bis zum Airport Express Bus Schalter, der uns für 300 Baht in die Phra Athit fuhr. So standen wir also mit dem „Express“-Bus 3 Stunden im Stau und konnten so schon einen spannenden Eindruck vom wundervollen Chaos Bangkoks gewinnen, bis wir schließlich im empfehlenswerten New Siam 2 Guesthouse freundlich empfangen wurden.
Wir waren positiv überrascht von der Stadt! Der viel beschworene Moloch eröffnete sich uns zu keiner Zeit. Vielmehr begegneten uns freundliche Menschen, eine geheimnisvolle Atmosphäre in den Strassen und Gassen, und spannende Bootsfahrten auf dem Chao Phraya zwischen dem Pier 13 an der Phra Athit Road und dem Oriental Hotel. Wir überlegten länger als die gebuchten 3 Tage zu bleiben (vor allem weil uns auch ein höchst interessanter Tagesausflug nach Ayuttaya Zeit gekostet hatte), unsere Neugierde trieb uns dann aber weiter.
Im Guesthouse sagte man uns, wir sollen uns das Geld für das Taxi bis zum Bus-Terminal Süd sparen, denn an der Phra Athit Road fahre der Stadtbus 19 direkt für 8 Baht pro Nase dorthin. An der Bushaltestelle sprachen uns duzende Taxi- und Tuk-Tukfahrer an. Sie taten mir fast schon leid. Mit einem freundlichen „Khop Kuhn Krap“ entgegnete ich ihren vorsichtigen Überredungsversuchen. „No Bus“ hieß es immer wieder vorsichtig, wobei das „No“ verlegen und leise gesprochen wurde. Viele Taxifahrer lachten und mir schien es, als wenn sie Spaß an dem Spielchen zwischen ihnen und uns hatten. Nachdem der erste Bus an uns vorbei fuhr erinnerten wir uns, daß wir also deutlich mit der Hand auf uns aufmerksam machen müßten und so erreichten wir schließlich den Busbahnhof. Von dort fuhren wir weiter nach Kanchanaburi.
Kanchanaburi:
In Kanchanaburi begegneten uns sehr freundliche und hilfsbereite Menschen. Der Kwai River hat auf uns eine magische Atmosphäre der Ruhe und Würde ausgestrahlt – spannend und hochinteressant natürlich auch der traurige geschichtliche Hintergrund dieser Gegend. Der Tagesausflug in den Erawan-Nationalpark mit seinen 7 Wasserfällen zeigte uns das erste Mal einen Eindruck von der wunderschönen landschaftlichen Vielfalt Thailands. Nach zwei Tagen im Sugar Cane Guesthouse (prima!) ging es mit dem Bus weiter Richtung Westen an die burmesische Grenze nach Sangkhlaburi.
Sangkhlaburi:
Hier gibt es keine lateinischen Schriftzeichen mehr. Im schönen PGuesthouse waren außer uns noch ein holländisches Pärchen und ein japanischer Tourist. Die Menschen im Ort waren zurückhaltend, ja fast scheu und betrachteten uns neugierig. Kinder freuten sich und riefen „hello, hello“ oder „what time is it“. Wir gingen über die längste Holzbrücke Thailands zu einer alten Karensiedlung. Am nahegelegenen wunderschönen Wat, das oberhalb des Stausees liegt, lud man uns an einem Essenstand zu Tee ein und informierte sich neugierig, woher wir kämen und was uns denn nach Sangkhlaburi treibt. Das Interesse und die Freundlichkeit gegenüber uns waren unglaublich!
Wenn abends um 6 Uhr die Sonne unterging, sah man in der Siedlung noch ein paar wenige vereinzelte Lichter brennen, danach war Stille. Die Menschen vom gegenüberliegenden Ufer der Karensiedlung begannen Lieder zu singen – man sagte uns, sie würden für das Loy-Krathong-Fest üben – eine magische Stimmung, wenn aus der Dunkelheit über den See die Gesänge herüber hallten.
Bei unserem Ausflug auf dem Khao Laem Stausee am nächsten Morgen waren wir zu zweit, unser Führer sprach kein Englisch, wir verständigten uns mit Gesten. Auf einer kleinen Trecking-Tour durch den Dschungel (natürlich mit Elefantenreiten und Bamboo-Rafting) teilten wir unser Essen. Immer wieder, so viel mir auf, betrachtete der Guide mit Neugierde meine Turnschuhe und lachte immer wieder leise verlegen vor sich hin.
Payathonsu (Tagesauflug nach Burma):
Am folgenden Tag machten wir einen Tagesausflug nach Burma (Tagesvisum gibt’s für 500 Baht am 3-Pagoden-Paß an der Grenze). Auch hier eine ähnliche Situation: Zurückhaltende, freundliche Menschen. Als wir eine Cola (Bier gab's nicht
Tags drauf starteten wir unsere Reise mit Bus und Zug Richtung Süden. Am Markt von Sangkhlaburi warteten wir auf unseren Bus. Ein Mönch sprach mich an und wir teilten Höflichkeiten aus. Er beschenkte mich und meine Freundin mit einem kleinen Buddha und einer Kette, von denen er, wie er sagte, nur jeweils 5 Stück aus Burma mitgebracht habe. Ich bat ihn, ob ich ihn zum Frühstück einladen dürfte, aber er lehnte ab – Geld sei für ihn nicht wichtig, daß schönste sei, dass er uns eine Freude machen durfte. Diese Begegnung wird mir ewig in Erinnerung bleiben!
Von Sangkhlaburi nach Krabi:
In einer abenteuerlichen Aktion fuhren wir mit dem Bus und Zug (teilweise Holzklasse) und einem Zwischenstopp in Hua Hin Richtung Surat Thani. In Surat Thani war das Durcheinander groß. Diverse Schlepper versuchten uns anzuwerben, bis wir uns schließlich entschieden ein Taxi nach Krabi zu nehmen. Taxi? Anstatt nach Krabi fuhr der Kerl Richtung Pier Ko Samui. Wir dachten, das wars, nun haben sie uns erwischt... Höflich machte ich ihn aufmerksam, daß wir nach Krabi wollten. Schließlich fuhr er eine Tankstelle an, der Kofferraum hinten öffnete sich und der Tankwart (wohl der „Bruder“) griff hinein. Ich stieg aus, dachte mir, Finger weg von unseren Rucksäcken, doch als ich sah, daß hinten ein Hahn für den Tankverschluß drin war, war ich wieder beruhigt. Wir kamen abends sicher in Krabi an. Dort feierten wir mit den Einheimischen das Loy Krathong Fest. Thais zeigten uns, wo wir am besten unsere Boote mit Kerzen und Räucherstäbchen ins Wasser treiben lassen sollten und sie freuten sich, dass wir an dem Ritual teilnahmen. Die Stimmung war angenehm gelassen und heiter. Wir genossen das Essen am Nachtmarkt und die Frauen an den Essensständen mußten lachen, als wir unser drittes großes Chang bestellten...
Ko Lanta:
Am nächsten Morgen ging es nach Ko Lanta. Erschöpft von unserer Reise freuten wir uns auf ein paar Tage entspanntes Strandleben. Am Klong Jark Beach trafen wir auf eine Runde entspannter Traveller und wir verbrachten eine lustige Zeit „partying and drinking together“. Nun gut, die Klong Jark Bungalows sind wirklich relativ einfach (auch wir hatten diverse nachtaktive Tierchen im Bungalow), aber die Stimmung, unsere tolle Gemeinschaft und die Einsamkeit an diesem traumhaften Strand behalten uns diese Bucht in schöner Erinnerung. Der schöne (kleine) Wasserfall oder der Nationalpark im Süden mit Leuchtturm sind nur eine gute Stunde entfernt und lohnen den Fußmarsch durch die schöne Natur.
Ko Phi Phi:
Nach 5 Nächten Ko Lanta ging es weiter nach Ko Phi Phi. Total überlaufen – aber wir waren vorgewarnt und wollten uns unser eigenes Bild machen. So kamen wir in den Viking Bungalows auf dem Weg zum Long Beach unter. Schöne einfache Bungalows auf Stelzen mit sehr sauberen Gemeinschaftsbädern. Leider teilweise relativ laut durch diverse vorbeifahrende Longtailboote, aber schön gelegen in Laufweite zur Hippie Bar (20 Minuten am Strand entlang). Am zweite Abend stieg ich versehentlich auf eine Katze, die das natürlich nicht so toll fand und mich in den Fuß kratzte – nun gut, das war dann der Beginn von vier Spritzen gegen Tollwut (lieber mal auf Nummer sicher gehen), was aber Gott sei Dank alles halb so schlimm war.
Auf Ko Phi Phi verging die Zeit eigentlich viel zu schnell...Wir machten die klassischen Bootstrips um die Insel und zur Maya Bay (kamen dabei natürlich auch in einen relativ unangenehmen Monsun-Sturm, als wir gerade in unserem Longtailboot auf dem offenen Meer saßen), wanderten zum View Point oder schnorchelten am Long-Beach – langweilig war uns hier nicht – auch wenn es sicherlich ein anderes Thailand war und unabhängig von der schönen Bucht austauschbar mit Reisezielen im Mittelmeer ist.
Phuket:
Nach einem erneuten Abstecher nach Krabi (weil’s uns da so gut gefallen hat), Tagesausflügen zum Railay Beach und zum Wat Tham Sua (von wo man auf 300 m Höhe einen traumhaften Ausblick über die Bucht von Krabi hat), änderten wir unsere Pläne und fuhren nicht wie ursprünglich gedacht in den Khao Sok, sondern ließen unseren Urlaub am Kata Noi auf Phuket ausklingen. Es wäre für zwei Nächte zu viel Hektik geworden und wir wollten die letzten Tage noch am Strand ausklingen lassen. Sicherlich waren die Seashore View Bungalows (ehemals Tapkaew) zu teuer. Auf der anderen Seite war der Strand traumhaft und die Aussicht von den Bungalows aus wundervoll. Außerdem wußten wir, dass dies unsere letzten Tage Thailand sind, bevor es zurück in das herbstliche Deutschland gehen sollte und so entschieden wir uns zu bleiben.
Mit einem riesigen Knoten im Hals und vielen Tränen in den Augen fuhren wir am Morgen des 24.11.06 mit dem Taxi zum Phuket International. Der Taxifahrer legte natürlich „Skorpions“ in seine Anlage und Klaus Meine sang „Holiday“, was unsere Stimmung nicht verbesserte. Überwältigt von unglaublich vielen positiven Eindrücken ging unser erster Trip nach Thailand und Asien überhaupt zu Ende. Auch jetzt vier Wochen später sind wir noch total überfordert und müssen diesen Wahnsinnstripp erst noch verarbeiten. Und wenn ich dabei an das lange, sanft gesprochene „khaaaaaaaaaa“ denke, das man uns so oft entgegnete, öffnet sich mein Herz und ich würde am liebsten sofort zurückkehren. So höre ich mir Labanoon rauf und runter an und denke mir „Sawadee khrap“ – bis nächstes Jahr!
Viele Grüße,
Euer Eddy
