Prasat Hin, Khmertempel in Phimai

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koratwerner

Prasat Hin, Khmertempel in Phimai

Beitrag von koratwerner »

Prasat Hin, Khmertempel in Phimai

Gerade ein Jahr lebe ich jetzt in Korat. Leider bin ich noch nicht dazu gekommen mir die Umgebung etwas näher anzusehen. Nur bei meinen monatlichen Fahrten nach Aranjaprathet, wo ich kurz nach Kambodscha einreise für einen weiteren Monat ein Touristenvisum erhalte, sehe ich etwas vom südlichen Isan und der östlichen Zentralebene. Deshalb kommt es mir gelegen, dass sich besuch aus Deutschland angemeldet hat. Ursula und Satwant aus Moers kommen und möchten etwas vom Isan sehen. Ursula schwärmt auch von Angkor Wat, doch weil ich nicht den weiten Weg nach Siam Reep in Kambodscha fahren will, zumal man von Aranjaprathet aus eine Fahrgelegenheit suchen muss, schlage ich statt dessen den Besuch von Klein Angkor, dem gut erhaltenen Khmertempel in Phimai vor. Nicht sehr begeistert, doch immerhin, der Besuch greift meinen Vorschlag auf und am nächsten Tag geht es nach Phimai, einer Kleinstadt etwa 60 km nordöstlich von Korat.

Mitten in der Stadt befinden sich die Ruinen einer religiösen Anlage der Khmer aus dem 11. jahrhundert, die damals in diesem Gebiet siedelten. Selbst ich Kulturbanause muss es auch anerkennen, es steht dort auf einem Areal von 280 x 250 Meter wirklich eine beeindruckende Anlage mit mehreren quadratisch angeordneten wehrgangähnlichen Bauten, unterbrochen von kleinen Türmchen, in dessen Mitte sich ein kunstvoll mit Ornamenten versehener Turm befindet, der vermutlich das Zentrum dieser religiösen Anlage gewesen ist. Mein Kompliment gilt nicht nur den Khmer, die ja damals ohne große Hilfsmittel so ein umfangreiches Bauwerk geschaffen haben, mein Kompliment gilt auch den Thai, die diese Anlage wunderbar pflegen, den Rasen zwischen den Bauwerken kurz halten und bewässern und alles erhalten.

Die Khmer haben für den Bau dieser religiösen Anlage, die dem Hindugott Vishnu geweiht war, den Baustiel von Angkor Wat übernommen. Wie in den anderen hinduistischen Tempelanlagen in Thailand, ist auch in Phimai die gesamte Tempelanlage mit ihren Bauwerken ein Bekenntnis an die Hindugottheit, in dem der höchste Turm den heiligen berg Meru symbolisiert. Der Hauptturm in Phimai aus weißem Sandstein ist 28 m hoch, die angrenzenden Bauwerke mit ihren etwas niedrigeren Türmen sind aus rotem Sandstein gebaut. Nach dem Abzug der Khmer aus dieser Region sind in späteren Jahren buddhistische Elemente hinzugefügt worden, in denen jedoch Stilelemente der ursprünglichen Anlage eingeflossen sind. Satwant ist ergriffen, wenn nicht gar betroffen. Erinnert ihn doch dieses religiöse Bauwerk an seine Heimat Indien. Zwar ist er kein Hindu, doch bei diesem Anblick, der sich ihm hier bietet, denkt er gewiss an sein Heimatland. Erinnerungen kommen in ihm hoch und offensichtlich bemüht er sich seine aufkommenden Tränen zu unterdrücken.

Das dieses Bauwerk die letzten Jahrhunderte überstanden hat, dass die Thai die Steine nicht einfach abgetragen, und sie für den Bau ihrer Häuser verwendeten, das ist schon eine erstaunliche Sache. Oder doch nicht? Haben nicht die Thai des Isan fürchterliche Angst vor den Geistern, die zweifellos nach ihren Vorstellungen in solch alten religiösen Bauten ihre Wohnstatt haben und wenn man sie verärgert großes Unglück bringen können? Oder war es ihnen einfach zu schwer, die schweren Quader zu bewegen und haben sich deshalb lieber ihre Hütten aus Holz gebaut? Sei es wie es sei, es war gut so, denn jetzt haben die Thai etwas auf ihrem Territorium stehen, auf das sie stolz sein können, auch wenn es kein buddhistisches Heiligtum ist.

Es ist wieder sehr warm heute und weil die alten Gemäuer auch keine Kühle spenden, verziehen wir uns bald wieder in den Wagen, denn da sorgt die Klimaanlage für eine angenehme Temperatur. Weil ich mich auf dem Rückweg nach Korat über kleine Nebenstraßen verfahre, finden wir kein unserem Besuch besonders angenehmes Restaurant. Da mir aber der Magen knurrt, halte ich irgendwo an der Straße an einer etwas besseren Suppenküche. Auf jeden Fall gibt es hier Tische und Stühle und ein Wellblechdach und einige Schattenspendende Bäume schützen vor der sengenden Sonne. Ich bestelle mir wie üblich Khao Pat Gei. Khao, das ist bei diesem Gericht gewürzter Reis mit etwas Gemüse darin, meist klein geschnittene Tomaten und Gurken. Pat, das bedeutet einfach, dass das Essen nicht scharf sein soll und Gei ist in kleine Stücke geschnittenes Hühnerfleisch. Alle Zutaten werden in etwas heißem Öl erhitzt, mit ein wenig dieser scheußlich riechenden allgegenwärtigen Fischsauce gewürzt und zum Schluss wird ein geschlagenes Ei untergezogen.


Die Sache ist einfach, schmeckt immer sehr lecker und ist billig, das richtige für meinen Geldbeutel. Unsere Frauen bestellen sich eine Nudelsuppe, in der etwas Schweinefleisch und viel würzige Blätter schwimmen und Satwant hat Sinn auf Reis mit Shrimps. Mit letzterem ist die Küche überfordert, doch Mei pen rei, das heißt kein Problem, die Tochter des Hauses eilt einfach nebenan zur Konkurrenz und zehn Minuten später erhält S. sein gewünschtes Essen. Ursula stellt etwas besorgt die hier herrschende Sauberkeit in Frage und bezweifelt die Hygiene der Trinkgläser, Schüsseln einschließlich der Gabeln und Löffel, haut aber, weil der Hunger mächtiger ist, als ihre hygienischen Bedenken, gut rein und es schmeckt ihr vorzüglich. Satwant hat angeblich Ärger mit seinem Magen und braucht einen Brandy. Möglicherweise will er jetzt damit sein noch aufgewühltes Inneres mit einem Drink etwas beruhigen. Doch leider gibt es hier nur den billigen Thai-Whisky und den mag er nicht. Mei pen rei, kein Problem, die Tochter des Hauses schwingt sich auf das Motorrad eines Gastes und kommt 5 Minuten später mit dem Fläschen in der Hand freudestrahlend zurück. Satwant freut sich, ich auch, denn ich halte tüchtig mit.

Impressionen aus Phimai

Bild Bild

http://i161.photobucket.com/albums/t219 ... C_0078.jpg[/IMG]


Thailandfreak

Re: Prasat Hin, Khmertempel in Phimai

Beitrag von Thailandfreak »

Hallo koratwerner!

Dein Bericht über Phimai ist sehr anschaulich. Kein Wunder, wenn man dort in der Gegend lebt
und Interesse an Land, Leuten, Kultur und Geschichte mitgebracht hat.
Leider ist es schon 25 Jahre her, dass ich dieses schöne Fleckchen Erde besuchen konnte.

Vielleicht kennst Du ja auch noch ein weitere Kleinod der Khmer-Kultur in der Region, das ich hier erwähnen möchte,
um es mehr Freunden Thailands nahe zu bringen, wenn ich es auch nicht so anschaulich beschreiben kann.

Etwa 15 km nördlich von Korat, am Highway 2, stand ein Schild, das nach rechts weist zum

Prasat Hin Phanom Wan Sanctuary ปราสทหิน พนมวัม

Versteckt liegt dieses kleine Heiligtum zwischen Büschen und Bäumen. Es ist nicht so prächtig wie Phimai,
hat aber seinen eigen Reiz - nicht zuletzt auf Grund seiner Alters von 900 - 1.000 Jahren.

Niemand, der sich in der Gegend aufhält, sollte einen kurzen Aufenthalt an diesem bezaubernden Platz versäumen.

Warst Du selbst schon mal dort?.

Ich bin auf einen Bericht von Dir über einen evtl. Besuch gespannt.

Gruß in den schönen Nordosten

Thailandfreak

Frage: Kommt die Thai-Schrift rüber?


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hawoky
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Re: Prasat Hin, Khmertempel in Phimai

Beitrag von hawoky »

Frage: Kommt die Thai-Schrift rüber?
ich würde sagen ja, da steht etwas, was ich nicht lesen kann, sieht aus wie Thaischrift. :roll:

hawoky


koratwerner

Re: Prasat Hin, Khmertempel in Phimai

Beitrag von koratwerner »

Hallo Thailandfreak!

Zita:

Etwa 15 km nördlich von Korat, am Highway 2, stand ein Schild, das nach rechts weist zum

Prasat Hin Phanom Wan Sanctuary ปราสทหิน พนมวัม

Versteckt liegt dieses kleine Heiligtum zwischen Büschen und Bäumen. Es ist nicht so prächtig wie Phimai,
hat aber seinen eigen Reiz - nicht zuletzt auf Grund seiner Alters von 900 - 1.000 Jahren.


Die Thaischrift kommt gut rüber. Leider kann ich sie nicht lesen, werde mal meine Partnerin bitten zu übersetzen.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, Prasat Hin Phanom Wan habe ich noch nicht gesehen. Steht aber auf meinem Programm, denn es gehört zu den in der Tourist-Information von Nakhon Ratchasima aufgeführten Sehenswürdigkeiten.

Nach und nach will ich in diesem Forum über alle Attraktionen in dieser Provinz berichten, um mich dann etwas den Nachbarprovinzen zu widmen.

Danke für Deinen netten Beitrag

Koratwerner


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Howie
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Re: Prasat Hin, Khmertempel in Phimai

Beitrag von Howie »

Thailandfreak am 22.04.2007, 23:05 hat geschrieben:Versteckt liegt dieses kleine Heiligtum zwischen Büschen und Bäumen. Es ist nicht so prächtig wie Phimai,
hat aber seinen eigen Reiz - nicht zuletzt auf Grund seiner Alters von 900 - 1.000 Jahren.
Hallo,
versteckt zwischen Baeumen und Bueschen ist ein bischen romantisch uebertrieben. Der Phanom Wan befindet sich halt etwas abseits von der Hauptstrasse in der Naehe einer kleinen verschlafen wirkenden Ortschaft.

Unmittelbar neben der Ruine des Panom Wan gibt es noch einen buddhistischen Tempel. In der alten Khmerruine selbst stehen einige Buddhas die auch heute noch sehr verehrt werden. Die Reliefs am Bauwerk sind zum Teil auch noch recht gut erhalten.

Im Rahmen einer Tour nach Phimai lohnt sich aber ein Zwischenstopp auf jeden Fall.
Dateianhänge
Stehender Buddha im Phanom Wan
Stehender Buddha im Phanom Wan
Phanom Wan
Phanom Wan


Caveman

Re: Prasat Hin, Khmertempel in Phimai

Beitrag von Caveman »

Achtung, off toppic, aber imo dennoch angebracht.
koratwerner am 22.04.2007, 19:10 hat geschrieben: Nur bei meinen monatlichen Fahrten nach Aranjaprathet, wo ich kurz nach Kambodscha einreise für einen weiteren Monat ein Touristenvisum erhalte ...
Bitte Werner, verwirre die Leute nicht durch die Verwendung falscher Begriffe. Du sprichst hier nicht von einem Visum und schon gar nicht von einem Touristenvisum, sondern von der visumfreien Einreise. Das ist eine voellig andere Geschichte und hat - wie auch der Begriff schon sagt - mit Visa nur insofern etwas zu tun, als man dafuer eben keins braucht.

Ein Touristenvisum gibt es nur ausserhalb Thailands und niemals an der Grenze. Es berechtigt auch nicht zu einem Aufenthalt von 30 Tagen sondern von 60.

Was es zumindest am Flughafen Bangkok gibt (wahrscheinlich auch an anderen internationalen Flughaefen in Thailand, weiss ich aber nicht genau), waere ein "Visa on Arrival". Damit darf man aber auch keine 30 Tage bleiben sondern nur 14 oder 15. Ist also fuer die Leute, die aufgrund ihrer Staatsangehoerigkeit bei rein touristischen Reisen bis max. 30 Tage von der Visumpflicht befreit sind voellig uninteressant.

Stell dich mal ne Weile in die Naehe des "Visa on Arrival" Schalters im Flughafen und beobachte, wieviel Leute sich dort brav ewig lange anstellen, nur um dann zu erfahren, dass sie gar kein Visum brauchen. Dann verstehst du auch, wieso ich staendig zur Verwendung der korrekten Begriffe ermahne und immer so allergisch reagiere, wenn mal wieder saemtliche Begriffe wild durcheinander gemixt werden.

Aber mal was anderes: Du sagst, du bist jetzt schon ein Jahr in Thailand und machst immer noch die 30 Tage Nummer. Funktioniert das tatsaechlich ohne Schwierigkeiten? Eigentlich geht das ja nur fuer insgesamt max. 90 Tage im Halbjahr.

Gruss
Caveman


koratwerner

Re: Prasat Hin, Khmertempel in Phimai

Beitrag von koratwerner »

koratwerner am 22.04.2007, 19:10 hat geschrieben: Nur bei meinen monatlichen Fahrten nach Aranjaprathet, wo ich kurz nach Kambodscha einreise für einen weiteren Monat ein Touristenvisum erhalte ...
OK, die Formulierung Touristenvisum mag nicht korrkt sein. Als ich diesen Artikel aufzeichnete, habe ich den hier gebräuchlichen Wortschatz der Farang übernommen und die sprachen immer vom Touristenvisum, welches zum 30 tägigen Aufenthalt in Thailand benötigt wird.

Jetzt bin ich über zwei Jahre hier und habe ein Jahresvisum. Hab aber nicht nachgeschaut, ob diese Formulierung richtig ist. Kann also auch anders heißen.

Werner


Caveman

Re: Prasat Hin, Khmertempel in Phimai

Beitrag von Caveman »

koratwerner am 23.04.2007, 18:42 hat geschrieben: Jetzt bin ich über zwei Jahre hier und habe ein Jahresvisum. Hab aber nicht nachgeschaut, ob diese Formulierung richtig ist. Kann also auch anders heißen.
Naja, "gebraeuchlicher Wortschatz" halt, aber ebenfalls nicht ganz richtig. Hier ist die "Fettnaepfchengefahr" jedoch deutlich geringer und selbst offizielle Stellen bedienen sich nicht selten dieses im Grunde falschen Begriffs. Tatsaechlich handelt es sich hierbei jedoch um eine Jahresverlaengerung deiner Aufenthaltsgenehmigung. Verwechslungsgefahr besteht hier wohl lediglich mit einem Non-Im Multiple, welches tatsaechlich ein ein Jahr lang gueltiges Visum ist.

Zum besseren Verstaendnis sei mir erlaubt, das etwas naeher zu erklaeren: Ein Visum stellt niemals eine Aufenthaltsgenehmigung dar. Es ist lediglich ein Papier (Stempel, Sticker, offizieller Begriff: "Sichtvermerk"), das unter bestimmten Umstaenden fuer die Erteilung einer Einreise- und/oder Aufenthaltsgenehmigung erforderlich ist. Ein Visum sagt dem Einreisebeamten: "Aha, der Typ wurde bereits von einer unserer zustaendigen Auslandsbehoerden fuer gut befunden und ich darf ihm also - wenn ich das moechte - eine Einreise- und eine Aufenthaltsgenehmigung erteilen". Das Visum ist also der Einreise- und auch der Aufenthaltsgenehmigung vorgeschaltet, ersetzt diese aber nicht.

Was du nun aber bei deiner zustaendigen Immigration Jahr fuer Jahr verlaengert bekommst, ist also nicht dein Visum (das wurde bereits bei der Einreise "verbraucht"), sondern die aufgrund dieses Visums damals erteilte Aufenthaltsgenehmigung.

Ist halt ne recht komplizierte Sache mit den Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen, die - wie man laufend wieder liest - viele Leute voellig verwirrt. Klar, wenn man auch nur alle Jubeljahre mal damit zu tun hat, muss man sich da auch nicht so genau mit auskennen. Jedoch ist die in so ziemlich jedem Beitrag zu diesem Thema festzustellende Begriffsvermischung nicht unbedingt geeignet, ein wenig mehr Licht ins Dunkel zu bringen.

Erklaere mal jemanden die fuer seine genauen Reiseplaene optimale Loesung seiner Visafragen, wenn der die verwendeten Begriffe nicht oder falsch versteht. Da faengst du jedesmal wieder bei Adam und Eva an! In der Hoffnung, wenigstens einen klitzekleinen Beitrag zum besseren Verstaendnis dieser recht komplexen Zusammenhaenge zu leisten, spiele ich hier immer wieder den "Rufer in der Wueste".

Gruss
Caveman


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