Nach drei Stunden angenehmer Fahrt (mal von diesen eigenartigen Videos auf Thai in dröhnender Lautstärke abgesehen, die offensichtlich eine sehr erfolgreiche Comedy -Show zeigten)
Da standen wir nun und der einzige Mensch auf der Straße war ein alter Mann, der sofort die Nebenstraße hinaufzeigte.
Nach ein paar Minuten waren wir in der Palm Garden Lodge, die ihren Namen zurecht trägt. Da gibt es viele von.
Den Familienbungalow fand ich sehr enttäuschend. Er war sauber, es gab viele Mücken, die nach meiner Bitte mit einem Spray gnadenlos vernichtet wurden. Die Räume hatten AC und Fan waren aber nur mit Neonlicht und sehr abgewetzten Möbeln eingerichtet. Ich mag es dann lieber noch einfacher aber gemütlicher.
Es war aber alles vorhanden, wie es angegeben war.
Man ist dort etwas in the middle of nowhere. Um einen herum befindet sich nur ein recht unscheinbares Straßendorf, sodass wir am Neujahrsnachmittag uns alle ausruhten und dieses eigenartige Reptil betrachteten, dass dort als Haustier gehalten wird.
Dieses rührte sich nicht vom Fleck, weil es nämlich erstaunlich kalt war.
Wir buchten noch die von der Lodge angebotene Tour mit Nacht-Safari und ließen uns von der monotonen Stimme der Dauersängerin des Neujahrsfestivals im Dorfe berieseln. Diese verfolgte uns noch in unsere träume.
Am nächsten Morgen genossen wir zunächst das einfallslose und recht teure Frühstück in der Loge und stiegen frohgemut auf den Pick-Up. Wir hatten nicht vermutet, dass der Weg zum Nationalpark so weit war. Wir fuhren tatsächlich knapp 1 1/2 Stunden um zum Besucherzentrum zu gelangen und waren durch den Fahrtwind sehr durchgefroren. Dort besuchten wir erst das Informationszentrum, das ganz nett war und auch einen kleinen Überblick über die Tiere im Park gab. Dann fuhren wir zu unserem Einstieg in unseren Pfad, der die Nummer 5 trägt. Auf dem Weg dorthin blieben wir abrupt stehen. Unsere sehr nette Führerin hatte etwas gehört und wir dann auch. Ein lautes Schnarren. Sie baute das Teleskop auf und dann sahen wir ein Pärchen Hornvögel. Diese Vögel sind monogam. Stirbt der eine, dann geht der andere binnen kurzer Zeit ein. (Riesenvögel!) Auf unseren Weg waren noch eine Horde von bettelnden Makaken zu sehen mit kleinen Babys, die sich an den Bauch klammerten- eine ziemlich fidele Schar.
Der Weg selbst dauerte ca. drei Stunden und lief durch den Wald und endete an einem Beobachtungsturm, der an einem kleinen See mit Salzstelle liegt.
Tja, ob sich das ganze nun gelohnt hat oder nicht, ist wie immer Ansichtssache und auch zwischen meinem Mann und mir streitig. Der Weg war anfangs noch ausgeschildert und später an den brenzligen Stellen für den Fremden nicht erkennbar gwesen. Alleine, da sind wir uns einig, hätten wir den Weg nicht gefunden.
Er führte uns an sehr alten Cinemonbäumen vorbei, die nicht wirklich Zimtbäume waren, aber aufgrund ihres Geruchs so genannt werden. Unsere Führerin schlug uns an einem Baumstumpf ein stück ab und wir rochen daran. Man kann die Rinde wohl kochen und es soll gut gegen Bauchschmerzen sein.
Tiere haben wir nur wenig zu Gesicht bekommen. Nun muss man auch wissen, dass ich am Vortag in der Bangkok Post gelesen hatte, dass der Khao Yai über das lange Sylvesterwochenende zeitweise wegen Überfüllung geschlossen werden mußte, da ca. 25.000 Besucher sich dort aufhielten. Da kann man als Tier doch nur flüchten, oder?
Immer wieder sahen wir von Elefanten in das Unterholz geschlagene Schneisen. Ein paar asiatische Eichhörnchen und als High light eine Familie Gibbons haben wir zu Gesicht bekommen. Die turnten sehr hoch oben in einem entfernten Baum und fraßen von diesem rote Beeren. wir haben sie durch das Teleskop gut gesehen und auch fotografiert. Das Foto füge ich dem Bericht bei. Ansonsten waren wir alle noch nicht in einem asiatischen wald und ich fand allein das sehr beeindruckend.
An der Salzstelle sahen wir haufenweise Elefantenschiss, aber keine Elefanten.
Florian konnte den weg gut gehen. Er war für uns alle nicht zu anstrengend, aber die Temperaturen waren auch recht niedrig und wurden uns am Ende doch zum Verhängnis, da sie gegen Abend am Aussichtspunkt nur 10 Grad betrugen. Da wir schon alles übereinander gezogen hatten, was wir an langärmligen Dingen hatten und die NAchtsafari in einem offenen Pick-Up stattfinden sollte, haben wir sie dann gecancelt. Schade!
Vorher wurden wir noch zu dem Wasserfall gefahren, von dem Leonado di Caprio in "The Beach" am Anfang des Films ins Wasser springt.
Ich fand es dort sehr hübsch und an normalen Tagen hätte man dort auch gerne gebadet, aber uns war eigentlich nur kalt.
So kehrten wir verfroren in die Lodge nach wieder 1 1/2 stündiger Fahrt zurück und tranken mehrere Tees.
Eine Bekannte machte die tour am darauf folgenden Tag. Sie hatte darum gebeten, möglichst viele Schmetterlinge zu sehen, sodass hier ein anderer Weg gewählt wurde, der am Bach entlang führte. Sie sah mehrere Giftschlangen und tatsächlich haufenweise Schmetterlinge. Sie hatte dann noch die Fledermaushöhlen als Zusatz gewählt und war sehr beeindruckt. 100.000 Fledermäuse flogen dort zur Abenddämmerung durch offensichtlich ein schmales Loch wie eine lange schwarze Kette nach draussen. Sie , ihre Tochter und der Führer standen auf dem freien Feld und konnten das "Surren" und das Flattern der abertausend Fledermäuse hören und sehen. Danach haben sie die Höhlen samt Mönch noch besucht. Sie war sehr angetan von der Tour. (Ich mag keine Fledermäuse, deshalb hatte ich die Tour einfach für mich gestrichen- schade!).
Eigentlich hatten wir vor, dann auf eigene Faust am nächsten Tag nochmals in den Park zu fahren, aber angesichts des Umstandes, dass er selbst sehr weit weg und der Tag davor sehr lang und kalt gewesen war, ließen wir davon ab und wählten den Weg nach Prachinburi mit dem Tuk-Tuk. Darselbst gibt es ein großes Hospital mit einer wunderbaren Massageabteilung, in der man sich sehr professionel für sehr wenig Geld massieren lassen konnte. Mein Mann wählte die Thai Massage (hat wohl viel mit wrestling zu tun
Abends fuhren wir mit dem Tuk Tuk dann zum nächsten Nachtmarkt, der für uns alle schon sehr verblüffend war. Schweinsköpfe, Aale, Frösche und und und gab es zu bestaunen. Ein bisschen Jahrmarkt war auch dabei, insgesamt sehr exotisch und aufregend. Dann war die Zeit hier auch schon vorbei und wir fuhren nach Bangkok zurück, um dann mit Air Asia nach Phuket zu fliegen.
Fazit: Tiere zu sehen, ist immer ein Glücksfall- hier ist es sehr schwierig, weil der Park einfach gut besucht ist.
Da dies meine erste Reise nach Thailand war, kann ich nicht sagen, wie beeindruckend andere Parks sind. Ich liebe Pflanzen, sodass ich voll auf meine Kosten gekommen bin (Stockwerkbau des Dschungels konnte man erkennen, sehr unterschiedliche Bäume , Luftwurzeln,Steppe, Bambus etc.). Er ist sehr gross, sodass man schon motorisiert sein muss.
Die Familie, die die Palm Garden Lodge betreibt ist sehr freundlich, das Essen relativ teuer und o.K. - die Führer der lodge beide englisch sprechend und aufmerksam. Die Unterkunft sauber aber ungemütlich, der Garten sehr schön.
Gruss Annette
