Am späten Nachmittag des ersten Festtags versammelten sich Mönche für das nächtliche Songkran Gebet am Großen Palast. Nach Einbruch der Dunkelheit und es war damals wirklich noch recht dunkel im nächtlichen Bangkok, feuerten dann die Kanonen der Stadtbefestigung Salutschüsse ab. Es war damals nicht nur recht dunkel im nächtlichen Thailand, sondern auch meist recht still und so ist es nur verständlich, das der Kanonendonner die Bevölkerung verschreckte und natürlich auch die guten und die bösen Geister. Letzteren galt ja der ganze Radau und das Beten, versuchte man doch sie so aus der Stadt zu verjagen. Aber was sollte man mit den guten Geistern tun und auch die Geister der Vorfahren waren ja in wilder Aufruhr? Hier konnte nur Pragmatismus helfen. Die Familien nahmen den Zweig eines Tamarindenbaums und steckten diesen in einen Pflanztopf oder einfach in die Erde. Vor diesem Zweig wurden dann verschiedene Speisen und Getränke drapiert, damit sich die in Panik herumrasenden Geister ein wenig stärken könnten, bevor sie sich wieder auf die Flucht begaben. Einige Thais waren jedoch der Überzeugung, dass die Geister mehr Hilfe benötigen könnten und so legten sie auch noch etwas Verbandsmaterial und Heilsalbe unter den Tamarindenzweig, als erste Hilfestation für panische Geister, die sich auf der Flucht Knie, Stirn oder die Nasen verletzt hatten.
Warum bei solch guter Pflege die bösen Geister die Stadt verließen, entzieht, sich jedoch der Kenntnis und ist eine so rationale Frage, dass sie im Grunde bloß ein Farang stellen kann.
