Wie fast jeden Tag nutzten wir auch heute früh das sehr gute Restaurant des Hotels um unweit des Strandes zu frühstücken. Wie immer artete das mal wieder in ein halbes Gelage aus, wobei es wirklich kaum möglich ist sich bei dem Überangebot an Leckereien zurück zu halten.
Aus einem früheren Aufenthalt in Khao Lak kannten unsere Freunde einen schönen
Wasserfall, den sie uns keines Falls vorenthalten wollten. Wir begaben uns also per Moped auf die Piste und fanden den Wasserfall fast sofort. Nur ein Mal sind wir an der richtigen Ausfahrt vorbei gefahren. Vom Parkplatz liefen wir nur ein paar Meter über eine Hängebrücke um den Wasserfall zu erreichen. Komischerweise hielt sich der Andrang in Grenzen, außer uns genossen nur eine Handvoll weiterer Leute das kühle Nass. Wir kletterten einen Weg an der Seite des sich in mehreren Kaskaden ergießenden Wasserfalls hoch und erreichten ein ziemlich großes Becken in dem es sich wundervoll planschen ließ.
Leider betrug die Temperatur im Gegensatz zum Meer keine 30 Grad wodurch es gerade am Anfang ziemlich Überwindung kostete sich ins Wasser zu begeben. Hatte man sich aber erst einmal daran gewöhnt freute man sich über das kühle Nass. Ich weiß nicht mehr genau, wie viel Zeit wir hier verbrachten, mit klettern, baden und faxen machen, eine schöne Zeit war es allemal.
Das der Wasserfall tatsächlich sehr viel Wasser führte (mit entsprechender Strömung, unglaublich wie viel Kraft Wasser haben kann) merkte unsere Freundin gleich in den ersten paar Minuten, als ihr zugegebenermaßen nicht sehr schwerer Flipflop einfach fortgespült wurde. Ich Mann konnte den Schuh aber ein paar Stufen weiter unten retten, so dass sie nicht barfuß nach Hause musste.
Auf dem Rückweg hielten wir noch beim Small Sandy Beach, einer kleinen Bucht quasi einmal über den Berg. "Leider" kann man nicht bis direkt zum Beach fahren, man muss die Mopeds oben auf dem Berg abstellen, Eintritt in den Nationalpark zahlen und dann durch den Dschungel bis zum Strand laufen. Ich fand es sehr nett, auch wenn der fünf minutige Fußmarsch die Schweißporen auf Hochtouren brachte. Der Strand selbst ist
malerisch von Felsen eingegrenzt und auch durchsetzt nur leider sehr flach. Leider deshalb, weil ich wie schon mehrfach erwähnt flache Strände nicht so mag. Während die anderen sofort in die Fluten sprangen kletterte ich ein wenig auf den Felsen herum und entdeckte dabei sehr viele große Krabben. Das Fotografieren selbiger klappte nur nicht, weil die Tiere sofort die Flucht ergriffen sobald ich näher kam. Insgesamt fand ich den Strand nicht sonderlich spektakulär und Lust auf Baden hatte ich auch nicht, ich verspürte daher den Drang bald wieder aufzubrechen. Den anderen schien es ebenso zu gehen und nach zwei Dosen Bier aus der improvisierten Bar fuhren wir zurück zu unserem Hotel. Hier wurde der Pool noch ausgiebig genutzt und anschließend das Restaurant um unsere Mägen mit leckerer Grundlage für den heutigen Abend zu füllen. Wenn ich an dieser Stelle einmal kurz zurück schaue, dann fällt mir auf, dass das Essen in den von uns gewählten Hotels immer extrem lecker schmeckte. Normalerweise bräuchten wir das Hotel gar nicht zu verlassen, das wir es dennoch taten haben wir ausschließlich unserer Neugier zu verdanken.
Den Rest des Abends bekomme ich nicht mehr in den richtigen zeitlichen Kontext. Die Mädels wollten sich massieren lassen, zu diesem Zweck liefen wir ein wenig durch die Stadt. Dabei sahen wir eine Galerie und ich entdeckte ein großes Buddha Bild welches ich sehr schön fand. Warum ich es am Vortag noch nicht für voll genommen habe kann ich nicht erklären. Beim Betreten der Galerie fiel unserer Freundin ein weiteres auf dem Boden liegendes Bild auf, welches ich zwar gesehen aber nicht realisiert hatte. Sie war zugleich Feuer und Flamme und als wir es dann aufstellten erkannte ich erst einmal was es darstellte. Es zeigte eine steinerne Buddha-Gesichtshälfte, die bis zur Nase in Wasser stand und einen orangen Goldfisch, der in diesem Wasser schwamm. Je länger ich mir dieses Bild anschaute, umso mehr gefiel es mir. Norma erging es ebenso und ehe wir uns versahen steckten wir mit der Verkäuferin in hart geführten Preisverhandlungen, und zwar für beide Bilder... Die Bilder sollten wegen ihrer Größe doch einiges kosten, vor allem das Bild mit dem Wasser-Buddha, obwohl es deutlich kleiner war als das andere. Als Erklärung sagte man uns, dass dies keine Kopie sei, sondern vom Künstler selbst erdacht. Als ich so darüber nach dachte konnte ich dem nichts entgegenbringen, dieses Bild hatten wir zuvor noch nie gesehen. Gegen Ende der Verhandlungen stimmte der Preis in meinen Augen noch nicht ganz und wir reservierten die Bilder um darüber nachzudenken. Norma tat dies, indem sie sich mit unserer Freundin massieren ließ und ich tat dies indem ich mit meinem Freund in der gegenüberliegenden Monkey Bar den einen oder anderen Drink zu mir nahm. Letztlich konnten wir noch ein paar Bath raushandeln und entschieden uns spontan dafür beide Bilder zu nehmen. Vielleicht haben wir immer noch viel zu viel bezahlt, aber immerhin besitzen wir jetzt zwei handgemalte Bilder (eines davon ein Unikat).
Wir begingen unsere Errungenschaften in Chabas Bar mit einem nicht enden wollenden Trinkgelage. Um den Tag noch besser
zu machen einigte sich Norma mit dem Tätowierer auf ein schönes Motiv und einen guten Preis. Selbst Chaba nickte zustimmend, als er die Preise für die Bilder und das Tattoo erfuhr. Ein wunderschöner, ereignisreicher Tag ging irgendwann doch zu Ende. Es geht uns aber auch schlecht!
